Vom Skateboard zum Minicruiser

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Beim Aussägen und Bohren der Löcher für die neuen Achsen half John Paschos (rechts) den Teilnehmern.

Lüdenscheid - Aus alten, ungenutzten Skateboards fertigen Jugendliche in einem Workshop des Jugendkulturbüros kleinere Bretter.

John Paschos aus Dortmund unterstützt die acht Teilnehmer bei der Transformation ihrer Boards. Stichsäge, Schleifgerät, Spraydosen, Schablonen und ein Haarfön setzen die Jungen und Mädchen ein. 

„Ich möchte meine Erlebnisse weitergeben“, sagt John Paschos. Ursprünglich ist er Sozialarbeiter, hat ein Studium im sozialen Bereich absolviert und beschäftigte sich dadurch auch mit der Erlebnispädagogik. Mit „Exit Longboards“ gründete der Dortmunder ein Label, das Kunden die Möglichkeit bietet, individuelle Boards zu kaufen. „Aus Alt mach Neu“ lautet dabei die Devise. Er macht Skateboards, Longboards – „und irgendwann auch Surfbretter“. 

Das alte Motiv blieb bei diesem Board zum Teil erhalten.

Wie der Name schon sage, schaffe er nach eigenen Angaben einen Ausgang aus der Konsumgesellschaft. „Ein Ausgang ist zugleich auch immer ein Eingang“, heißt es auf seiner Homepage. Er möchte gleichzeitig auch die Leute dazu motivieren,  etwas selbst herzustellen und der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen.

„Wir leben in einer Welt, in der wir nicht unendlich viele Rohstoffe haben“, sagt Paschos. Und das gibt er in seinem Workshop im Alternativen Jugend- und Kulturzentrum (AJZ) an die acht Jugendlichen weiter. Aus alten Skateboards macht er mit den Teilnehmern in zwei Tagen sogenannte Minicruiser, kleinere Bretter.

"Holz ist ein geiler Rohstoff"

Zahlreiche Schablonen standen den Jugendlichen zur Auswahl.

„Ein Mädchen brachte ein Board mit, das wahrscheinlich aus den 80er-Jahren stammt“, freut sich Paschos. Mithilfe von Schablonen zeichnen sie zunächst die kleinere Form auf die alten Bretter. Diese Veränderung sei laut Paschos auch nur mit Holzbrettern möglich. „Holz ist einfach der geilere Rohstoff“, sagt er. Von Plastikboards halte er nicht so viel. 

Nachdem die alten Räder und Achsen abgeschraubt sind, sägen die Jugendlichen mit der Stichsäge die kleinere Version des Boards aus. Mit Schleifgeräten und -papier entfernen sie unebene Kanten, Beule, den alten Lack inklusive der Motive und das Grip-Tape, das für den Halt auf der Oberfläche sorgt. Mit einem Haarfön und einem Spachtel lässt sich die körnige Oberfläche teilweise vorbehandeln. Unnötige Löcher von den alten Achsen spachteln sie zu. 

Neues Design entwickeln

Neben dem handwerklichen Geschick kommt es bei John Paschos' Workshop auch auf die Kreativität und die körperliche Bewegung an. Die meisten Teilnehmer haben ihre eigenen Ideen für ein neues Design der neuen, alten Bretter. Aber auch zahlreiche Schablonen mit Motiven und Schriftzügen stehen bei ihm zur Auswahl. Mit verschiedenen Farben können die Jugendliche das Holz besprayen. 

Der 12-jährige Henning entscheidet sich für ein Batman-Symbol, Basti (14 Jahre) entwickelt ein Vans-Design. Bei manchen bleibt sogar ein Teil der alten Bemalung erhalten und wird mit in den neuen Look eingearbeitet. Zum Schluss erhalten die Minicruiser ihre neuen Achsen und Räder – und dann kann es los gehen!

Quelle: wa.de

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