Lea Brauner reist durch den roten Kontinent

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Lea Brauner machte sich nach einem viermonatigen Aufenthalt in Melbourne auf den Weg, um noch mehr von Australien kennen zu lernen. Zum Ayers Rock, auch Uluru genannt, machte unternahm sie unter anderem eine geführte Tour.

Lüdenscheid/Australien - Lea Brauner berichtet über ihre Reise durch Australien in einem Tagebuch.

Anfang Januar habe ich Melbourne nach über vier Monaten verlassen. Mit dem Flugzeug ging es in das kleine, aber nette Adelaide in South Australia. Der Temperaturunterschied zwischen Melbournes 27 Grad und Adelaides schwüler Hitze (40 Grad) war ein Schock. 

In Adelaide blieb ich nicht lange, ich guckte mir ein wenig die Stadt mit dem Central Market und den Strand an, und fuhr schon zwei Tage später nach Coober Pedy – ein kleiner Ort mitten im Nichts, der für das hohe Vorkommen von Opalen bekannt ist. Er ist aber auch deswegen so faszinierend, weil etwa 70 Prozent der Stadt unter der Erde liegen. Coober Pedys Einwohner fräsen nämlich, um der Wüstenhitze zu entkommen, ihre Häuser in den Stein.

Ein weiterer Ansporn dazu ist die hohe Chance während des Grabens Opale zu finden. Wenn man die Stadt verlässt kann man ebenfalls rechts und links der Straße die Opalfelder sehen, wo seit Jahren nach den bunten, seltenen Steinen gegraben wird. Jeder kann, sofern er genug Geld zum Investieren hat, sein Glück dort versuchen und eigene Grabungen unternehmen. 

Abgesehen davon ist die „Stadt unter der Erde“ der perfekte Ort, um sich zu verstecken, sollte man – aus welchem Grund auch immer - irgendwann mal das Bedürfnis dazu haben. Ich habe mein Glück dort nicht versucht, dafür aber ein paar schöne Ohrringe gekauft. 

Die Bewohner der Stadt Coober Pedys fräsen ihre Häuser in den Stein, um der Wüstenhitze zu entkommen.

Nach diesem faszinierenden Aufenthalt ging es weiter nördlich nach Alice Springs, eine Kleinstadt in Zentralaustralien. Außerdem der beste Anlaufpunkt für alle, die zum Ayers Rock, den Olgas und zum Kings Canyon möchten. Ich machte eine geführte Tour. 

Geführte Drei-Tages-Tour

Die Drei-Tages „Rock-Tour“ startete früh am Morgen und führte uns zuerst zum Kings Canyon, wo wir eine anstrengende Wanderung unternahmen. Wir hatten ziemliches Glück und konnten oben im Canyon einen Wasserfall sehen, der nur äußerst selten da ist. Anschließend ging es nur noch ins Resort am Ayers Rock, wo gekocht, gegessen und sich unterhalten wurde. Die Nacht verbrachten wir in unseren Schlafsäcken unter freiem Himmel, wurden allerdings um halb sechs in der Früh schon wieder geweckt. 

Nach dem Frühstück fuhren wir in den Uluru Kata Tjuta National Park und zu den Olgas. Auch dort unternahmen wir eine Wanderung. Am Nachmittag ging es dann auch endlich zu Australiens berühmtesten Felsen. Wir haben von unserem Tour Guide einige Geschichten der Aborigines gehört, die sie aus dem Felsen lesen, uns Malereien angeguckt und viele Fotos gemacht. 

Abgesehen davon wurde uns erklärt, wie die Felsen, also die Olgas und der Ayers Rock entstanden sind. Vor vielen, vielen Jahren wurden nämlich, durch die Verschiebung der Erdplatten, die Steinteile eines Bergs abgetragen und durch das Wasser in die Täler gespült. Als das Wasser dann austrocknete blieben die Steinteile, zu großen Brocken geformt, zurück. Durch weitere Beben und Verschiebungen der Platten drehten sich die großen Steine. Die Olgas um ca. 45° und der Ayers Rock um fast 90°. Die 348 Meter, die man überhalb der Erde sehen kann, sind nur ein Bruchstück des Teils, der unter der Erde versteckt liegt. Er reicht nämlich um die 5,5 Kilometer in den Boden hinein. Nach dem Abendessen im Camp fuhren wir erneut zum Ayers Rock, um uns den Sonnenuntergang anzusehen, welcher auch wirklich farbenreich und wunderschön war.

Base Walk um den Ayers Rock

Am darauffolgenden, dem letzten Morgen, besuchten wir ihn erneut, um bei Sonnenaufgang zu frühstücken und den Base Walk zu machen, die Wanderung, die einmal komplett um den Felsen herum führt. Auch den Climb haben wir gesehen. Das ist die Stelle, an der man auf den Uluru klettern kann. Es ist allerdings sehr gefährlich das zu tun, da der Anstieg sehr steil ist, der Fels rutschig sein kann, man leicht dehydriert... viele Menschen sterben entweder weil sie fallen oder einen Herzinfarkt bekommen. 

Gleichzeitig sind die Aborigines nicht glücklich darüber, wenn der Uluru bestiegen wird, da er für sie heilig ist. Das Klettern und alleine schon die Stangen mit dem Seil hinterlassen auf ewig einen Abdruck, der als Narbe des Ayers Rock bezeichnet wird. Und da es oben auf dem Berg keine Toiletten gibt verrichten viele ihr Geschäft einfach irgendwo auf dem Stein, was die Wasserlöcher am Fuße verunreinigt, sodass aus ihnen nicht mehr getrunken werden kann und aber auch die Kultur der Aborigines umso mehr verletzt. 

Durch die hohen Temperaturen und wegen des hohen Risikos ist der „Climb“ im Sommer gesperrt. Genug Gründe für uns, den Uluru nicht zu erklimmen. Am späten Vormittag fuhren wir wieder nach Alice Springs zurück, wo wir am Abend gemeinsam mit unserem Tour Guide mit Abendessen, Musik, Alkohol und Tanzen den krönenden Abschluss der Tour in der Rock Bar feierten. Nach zwei weiteren, größtenteils relaxten, organisatorischen Tagen in Alice Springs flog ich dann nach Cairns, von wo wir unsere Reise die Ostküste runter begonnen.

Quelle: wa.de

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