Vertreter der Jugendparteien sprechen in Lüdenscheid über das Thema Wahlen

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Lucas Karich (links) und Niklas Hartwig von der Jungen Union.

Lüdenscheid - Das Interesse für Politik ist bei jungen Menschen nicht sehr weit verbreitet. Jugendliche gehen häufig davon aus, dass sie in bestimmten Bereichen sowieso nichts mit ihrer Meinung bewegen können.

Doch wie bekommt man sie dennoch dazu, zum Beispiel wählen zu gehen oder sich in einer Jugendpartei zu engagieren. Wir haben Vertreter der drei jungen Parteien in Lüdenscheid nach ihrer Meinung gefragt. 

Welche Themen beschäftigen die jungen Bürger? Diese Frage war für Dominik Hass, Vorsitzender der Jungsozialisten (Jusos) Lüdenscheid, Lucas Karich, Vorsitzender der Jungen Union Lüdenscheid, Niklas Hartwig, Mitglied der Jungen Union, und Guilherme Kübler, Vorsitzender der Jungen Liberalen (JuLis) Westfalen-West, gar nicht so leicht zu beantworten. 

Bergstadt soll attraktiver werden

Dominik Hass von den Jungsozialisten.

Laut Karich seien es unter anderem Themen, die Lüdenscheid betreffen. Es gebe Wünsche, die Bergstadt für Jugendliche attraktiver zu machen – durch eine Disco beispielsweise. Aber auch die Dauerbaustelle Rathaustunnel interessiere die junge Generation. „Die Themen sind auch davon geprägt, was in den Medien vorkommt“, sagt der 26-Jährige. Erdogan und die Flüchtlingssituation seien internationale Themen, die zur Sprache kämen. 

Dominik Hass nennt noch konkretere Punkte: Der Jugendtreff am Buckesfeld und ein „Azubi-Ticket“ seien Themen, die die Jusos aktuell interessieren. 

Bei den JuLis rücken Themen wie Bildung, Individualität und Rechtsstaatlichkeit in den Vordergrund, sagt Kübler. G8 und G9 beschäftigen die Jugend, aber auch über Geheimdienste mache man sich Gedanken. 

Guilherme Kübler von den JuLis.

Die Beteiligung junger Menschen an vergangenen Wahl sei ernüchternd, findet Lucas Karich. Es sei „eine traurige Entwicklung zur oft angeprangerten Politikverdrossenheit junger Menschen“. Mit dem Wählengehen könne man die Politik auf den Pfad bringen. „Wer nicht wählt, der darf sich nicht über den Ausgang der Wahl beschweren“, sagt Karich. 

„Wählen ist ein Recht, das jedem Bürger zusteht“, erklärt Kübler. Seiner Meinung nach gehöre das Wählen auch zu den Pflichten eines Staatsbürgers. Hass sieht die Demokratie durch die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) in Gefahr, ein Grund für ihn, wählen zu gehen.

"Ohne Wahl funktioniert die Demokratie nicht"

„In einer Demokratie sollte man nicht nur die Freiheiten genießen, sondern auch den Pflichten nachgehen, die die Demokratie mit sich bringt“, findet Hass. Niclas Hartwig sieht das genauso: „Ohne Wahl funktioniert die Demokratie nicht. Jeder soll wählen gehen.“ 

Alle drei Parteien bieten Veranstaltungen an, auf denen über Politik diskutiert werden kann. Mit Podiumsdiskussionen wollen sie beispielsweise die Jugendlichen an den Schulen erreichen. 

"Eigene Ideen in die Politik einbringen"

„Junge Menschen können sich mit ihren eigenen Ideen in der Politik einbringen“, sagt Kübler. Das „Azubi-Ticket“ beispielsweise, für das die Jusos einen Antrag gestellt haben, ist inzwischen auch im Wahlprogramm der SPD enthalten. „Viele dachten, das bringt nichts. Aber jetzt haben sie gemerkt, dass wir doch etwas bewegen können“, sagt Hass. Wenn sich junge Menschen für etwas engagieren, dann passiere auch etwas, sind sich alle einig.

Quelle: wa.de

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