Politik-Experten in eigener Sache

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„Deine Meinung ist gefragt“, stand auf der Einladung. Mohammed Al Ahmed, Jens Sauermann und Kirsten Heeke nutzten die Gelegenheit, sich über Beteiligungs-Formen zu informieren.

Soest - Die Skateranlage im Stadtpark zeigt beispielhaft, was sich erreichen lässt, wenn sich junge Soester einmischen und sich Ziele setzen, für die sie Unterstützung brauchen – und bekommen. Eine Gruppe von Jugendlichen hatte die Idee und war daher zum Rathaus gegangen, um ihren Wunsch vorzutragen.

Dann nahmen die Dinge ihren Lauf. Die politische Beteiligung Jugendlicher war jetzt der zentrale Punkt beim Forum im Blauen Saal. Dort kamen Soester – vom Schüler bis zum Senior – ins Gespräch. Newcomer diskutierten als Experten in eigener Sache mit Fachleuten, die schon länger „im Alltagsgeschäft“ stehen. 

Mit dieser Einladung gehe die Stadt mit gutem Beispiel voran, lobte Nicola Hengst-Gohlke, Moderatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung, die durch den Nachmittag führte. Sie wies auf die Fotos aller Teilnehmer an der Stellwand hin: An den Bildern sei zu erkennen, wie viele aktive und kreative Leute es hier gibt. 

Das meint auch Elisabeth Heeke von der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung beim Landschaftsverband: Mit guten Ansätzen, Jugendliche einzubeziehen, damit auch ihre Sichtweise neben dem Erwachsenenblick zur Geltung kommt, brauche sich Soest nicht zu verstecken. 

Doch was läuft in Soest in Sachen Mitbestimmung, was sollte noch entwickelt werden? Sollte auch hier ein Jugendparlament installiert werden? Vielleicht auch ein Runder Tisch? Wo schalten sich Jugendliche ein? Wo gestalten sie mit, und auf welchen Ebenen verschaffen sie sich Gehör? Genügt das Angebot oder sollte es ausgebaut werden? Welche Interessen haben Jugendliche? Wo sind sie bereit, Initiative zu ergreifen? Wie sieht’s aus, wenn es um konkrete Projekte, wie Spielplätze, geht?

Darum ging es beim Treffen, das in erster Linie gedacht war, zunächst Meinungen zu erfahren, um bei den folgenden Beratungen in den Gremien besser den weiteren Weg abstecken zu können. „Damit sind wir einen Schritt weitergekommen“, so das Fazit des Bürgermeisters, Dr. Eckhard Ruthemeyer, am Schluss der gut dreistündigen Veranstaltung. 

Beim Markt der Möglichkeiten standen unterschiedliche Modelle des Einsatzes und der Einflussnahme im Fokus. Denn Jugendliche sollen nicht nur reden, wenn sie gefragt sind.

Nicola Hengst-Gohlke hatte es zu Beginn auf den Punkt gebracht: „Zwei Drittel der Bevölkerung trauen der heutigen Generation zu, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.“ Echte und intensive Beteiligung von Jugendlichen müsse auch gewollt sein, verlange Qualität und sei nicht zum Nulltarif zu haben, hob Elisabeth Heeke hervor. 

Klarheit und Transparenz zählten zu den wesentlichen Kriterien, um auf Dauer Bestand zu haben. Ein „Querschnitt der Bewohner“ saß an den Tischen, um über „Schlüsselerlebnisse“ der Beteiligung zu sprechen sowie schließlich auch Fragen zu formulieren und nachzuhaken. Demokratie, so hieß es, sei ein Lernfeld, und falle nicht vom Himmel. 

Der Termin gilt als Auftakt, um sich ein genaueres Bild zu verschaffen und die grobe Richtung zu erkennen. Nun soll am Thema weitergearbeitet werden, und zwar „mit Leidenschaft“, wie es der Bürgermeister ausdrückte.

Quelle: wa.de

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