Gesundheit

Leben retten mit Spenden

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Nur 7 Prozent der Deutschen haben die Blutgruppe 0 negativ.

Märkischer Kreis - Blut-, Organ- und Knochenmarkspenden können Leben retten. Doch wie läuft sowas überhaupt ab?

Ein kleiner Pieks, einige Minuten warten, anschließend auf der Liege ausruhen und etwas essen – eine Blutspende dauert nicht lange. Und sie rettet Leben. Auch die Themen Knochenmark- und Organspende sind in den vergangenen Jahren immer mehr in den Vordergrund gerückt. 

Jede Blutspende läuft gleich ab. Es gibt verschiedene Stationen, die durchlaufen werden. Nach einer Anmeldung mit Lichtbildausweis bekommt man einen medizinischen Fragebogen, auf dem verschiedene Fragen rund um die Gesundheit ausgefüllt und Informationen zur Kenntnis genommen müssen. 

Dann geht es weiter zur ärztlichen Untersuchung. Blutdruck und Puls werden gemessen, der Arzt entscheidet anhand der Ergebnisse und des ausgefüllten Fragebogens, ob man spenden darf und kann. Durch einen Pieks in den Finger oder in das Ohrläppchen wird der Hämoglobinwert des Blutes bestimmt. Auch die Körpertemperatur wird gemessen. 

Wer darf Blut spenden?

Blut spenden kann jeder ab 18. Jahren. Bei Männern und Frauen gibt es einen Unterschied: Innerhalb eines Jahres dürfen Männer sechsmal ihr Blut spenden, Frauen dagegen nur viermal. Zwischen zwei Blutspenden müssen dann aber wieder bei beiden Geschlechtern mindestens 56 Tage liegen. Der Spender muss ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm haben. 

In den letzten vier Wochen darf kein Tattoo oder Piercing gestochen worden sein. Auch eine Operation muss länger als sechs Monate zurückliegen. Weitere Infos sowie Blutspendetermine in der Nähe findet ihr unter www.blutspendedienst-west.de. Außerdem gibt es eine kostenlose Hotline: Von montags bis freitags, 8 bis 18 Uhr, werden unter Tel. 08 00 /1 19 49 11 Fragen beantwortet.

Hier findet ihr einen Spenden-Check.

Wenn bis dahin nichts gegen eine Spende spricht, werden nun in etwa zehn Minuten 500 Milliliter Blut abgenommen. Im Anschluss folgt eine mindestens zehnminütige Ruhepause. Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, gibt es noch etwas zu essen und zu trinken. 

Was passiert mit dem Blut?

Wenn das getan ist, ist der Blutspendedienst mit dem Blut noch lange nicht fertig. Es wird in die Bestandteile aufgeteilt. Verwendet werden die Thrombozyten (Blutplättchen), Erythozyten (rote Blutkörperchen) und das Plasma. Die einzelnen Blutpräparate sind unterschiedlich lange haltbar, daher ist die Vorratsmöglichkeit begrenzt. „Es besteht immer Bedarf an frischem Blut“, betont Stephan Jorewitz, Pressereferent des DRK-Blutspendedienstes West. 

Bei verschiedenen Blutgruppen sei vor allem die Blutgruppe 0 negativ sehr bedeutsam, erklärt er. Sie ist eine Universalblutgruppe, die auch bei Patienten mit einer anderen Blutgruppe eingesetzt werden kann. „Null negative Blutspender sind aber sehr selten und gerade einmal mit 7 Prozent innerhalb der in Deutschland lebenden Bevölkerung vertreten“, sagt Jorewitz. 

Wie registriere ich mich als Knochenmarkspender?

Viele Blutspendedienste bieten inzwischen auch die Möglichkeit einer Typisierung als Knochenmarkspender an. Pro Jahr erkranken rund 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten, bei denen häufig nur die Übertragung von gesunden Stammzellen die letzte Chance ist. Für die Registrierung wird lediglich eine Blutprobe benötigt, die dann auf bestimmte Merkmale geprüft wird. 

Wo kann ich einen Organspendeausweis beantragen?

Die Organspende läuft über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Über die Zentrale können Interessiert auch einen Organspendeausweis beantragen. Wenn man sich dafür entscheidet, müssen nur wenige Faktoren erfüllt sein. Eine Organentnahme ist nicht möglich bei Krebserkrankungen und bestimmten Infekionen. Eine Voruntersuchung bei der Entscheidung zum Organspender ist nicht nötig.

Quelle: wa.de

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