Azubis führen eine Aldi-Filiale

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Burak Dönmez hatte die Rolle des Filialleiters am Tag unseres Besuches inne. In dieser Position musste der Auszubildende viel Verantwortung übernehmen: Organisation und Personaleinteilung waren nur einige seiner Aufgaben.

Lüdenscheid - Auf dem Parkplatz des Discounters ist es leer, für einen Morgen unter der Woche nicht ungewöhnlich.

Vor der Tür des Supermarktes stehen die Einkaufswagen. Ein Ständer mit Osterglocken und Hyazinthen gesellt sich dazu. Es ist alles wie immer. Doch im Inneren erwartet den Kunden ein etwas anderes Bild: Viele, junge Mitarbeiter in gewohnter, blauer Kleidung laufen durch den Laden – auffälliger als sonst. 

Der Grund: In der Aldi-Filiale an der Hohen Steinert haben 16 Auszubildende für zwei Wochen das Sagen. Im Rahmen des fünften Azubi-Camps von Aldi Nord, Bereich Radevormwald, gibt es das Projekt „Azubis führen eine Verkaufsstelle“ für die jungen Mitarbeiter. Aus allen 34 Niederlassungen haben die Azubis die Möglichkeit, daran teilzunehmen. 

Jeder übernimmt jede Rolle

Für die große Aufgabe werden sie im Vorfeld geschult. Wenn es dann in die Filiale geht, übernehmen sie jede Aufgabe, die ein Filialleiter und Verkäufer auch hat, erklärt Verkaufsleiter Klaus Ostermann. Organisation und Personaleinteilung sind nur zwei wichtige Punkte. Jeder Auszubildende ist einen Tag lang der Filialleiter und muss sein Team koordinieren und Aufgaben verteilen. 

„Es ist eine Art Rollenspiel, was wir hier machen“, sagt Ostermann. Das Projekt sei nicht verpflichtend, aber alle Auszubildende seien bereit dazu gewesen, diese Verantwortung zu übernehmen, sagt Nick Afflerbach, der die Azubis ebenfalls betreut. „Es dient der Motivation“, sagt Alexandra Urban, die die Azubis begleitet. Zur Unterstützung sei aber auch immer ein Verantwortlicher vor Ort, der das neue Team bei Fragen behilflich sei. 

Die Kräfte im zweiten und dritten Ausbildungsjahr übernehmen alle Aufgaben, die in einer Filiale anfallen. Als Verkäufer kümmern sie sich um die Kasse, die Warenbewegung und das Sauberhalten. Auch die Auszubildenden selbst sehen das Projekt als Chance für sich selbst. „Es hilft in der Ausbildung weiter“, findet Azubi Mario Medjedovic. „Für mich ist das eine neue Erfahrung. Jeder arbeitet anders, man hat verschiedenen Perspektiven.“ Azubi Melina Lutz sieht ebenfalls Vorteile: „Es ist eine kleine Herausforderung, aber auch eine super Chance. Man lernt voneinander.“ 

Azubi-Camp für interne Zwecke

Außerdem lerne man so die anderen Auszubildenden besser kennen, sagt sie. „Es gibt auch einen gewissen Anreiz, dass man sowas später machen will, und das auch schaffen kann.“ Neben der Bereitschaft der Azubis müsse auch die entsprechende Filiale mit Leiter und Mitarbeitern passen, sagt Afflerbach. Denn während diese zwei Wochen werde das komplette andere Personal versetzt. Das Azubi-Camp diene internen Zwecken, betont Ostermann. Denn das Unternehmen bilde den zukünftigen Nachwuchs aus. 

In der Vergangenheit habe Aldi Nord viele positive Effekte durch das Projekt erlangt. Häufig sei ein Wandel der Azubis zu sehen gewesen. „Sie trauen sich mehr zu“, sind sich alle Beteiligten einig. Auch das Team-Building und die Dynamik seien durch diese Zusammenarbeit stärker geworden.

Quelle: wa.de

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