Hansa-Realschüler begleiten Menschen im Altenheim

Soest - Es war als Experiment gedacht. Und es hat sich überaus ausgezahlt: Ein Jahr lang sind Hansa-Realschüler ins benachbarte Hanse-Alten- und Pflegeheim gegangen und haben dort betagte Menschen begleitet. Aus anfänglicher Skepsis, so schildern sie, sind heute gar Freundschaften geworden.

Die Noten auf den Zeugnissen sind oft blutarm: in Deutsch eine Drei, Erdkunde Zwei, Mathe Vier. Die Zensuren, die auf dem Zusatzzeugnis der Realschüler für ihren Einsatz im Hanse-Zentrum stehen, dürften nicht nur Eltern, sondern auch den Chefs von morgen imponieren: „Er zeigte überdurchschnittliche Leistungen, besonders einfühlsames Umgehen mit den alten Menschen, viel Respekt und einen über das geforderte Maß hinausgehenden zeitlichen Einsatz“, heißt es da.

Das deckt sich mit den Erfahrungen, die die Schüler selber gesammelt haben. Kevin, 16, spricht von einer „super Bereicherung“, vom Spaß, alten Menschen zu begegnen, sie „lachen zu sehen“. Er wundert sich im Nachhinein, dass „es so leicht war“, den Kontakt zwischen den Generationen zu knüpfen. „Heute fällt es mir viel leichter, mit Alten umzugehen“, ergänzt Vanessa 15. Es sei „lustig“ gewesen und habe ihr zu „mehr Selbstbewusstsein“ verholfen, urteilt Dorne, 15.

„Hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft“

Über 20 Schüler sind vergangenes Jahr bei dem Projekt gestartet, 13 von ihnen erhielten gestern die Urkunde mit der „Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeit“. Doch auch die Aussteiger, so Jana Große Hülsewiesche vom sozialen Dienst des Hanse-Zentrums, seien nicht nach Hause geschickt worden. Sie hätten wegen anderer Verpflichtungen die Betreuung nicht fortsetzen können oder haben festgestellt, dass die Aufgabe anders als vermutet nicht so recht zu ihnen passe.

„Alles in allem eine tolle Sache“, bilanziert Konrektor Heinz-Jürgen Rüterbories, „ich hätte nicht gedacht, dass es sich so gut entwickelt.“ Grund genug, nach den Ferien einen neuen Anlauf zu nehmen.

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