Interview mit RocketbeansTV-Mitgründer Etienne Gardé

„Erlaubt ist, was Spaß macht“ ist das Motto

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17 Jahre Gamingbranche. Nach GIGA Games und MTV-GameOne gründete Etienne Gardé mit seinen Kollegen Rocketbeans TV.

Köln - Mit seinen 38 Jahren blickt der ehemalige GIGA-Games und MTV-GameOne Moderator Etienne Gardé auf 17 Jahre in der Gamingbranche zurück. Nach dem Aus von GameOne startete er mit seinen Kollegen den Internetsender Rocketbeans TV.

Er steht dabei für das „E“ im Wort Beans, seine Mitgründer Budi, Simon, Nils und Arno für die restlichen Buchstaben. Wie er mit den „Raketenbohnen“ auch nach Webvideopreisen und Deutschem Fernsehpreis weiter durchstarten will und was seine Geheimtipps auf der Gamescom sind, darüber sprach Etienne Gardé im Interview mit MZV-Volontär Fabian Hollenhorst.

Etienne Gardé, in der Morning-Show „Moin Moin“ auf Ihrem Sender sprachen Sie davon, dass Sie sich seit 17 Jahren der Öffentlichkeit stellen. Welche Veränderungen haben Sie erlebt?
Gardé: Ich mache seit 17 Jahren meinen Job. Dass dieser gleichzeitig auch mein größtes Hobby ist, ist natürlich Luxus. Damals bei GIGA hatten wir zwar auch schon einen Comment-Bereich, aber heutzutage können deutlich mehr Leute einfacher ihre Meinung abgeben. Es ist schon krass geworden, man erhält im Vergleich zu früher viel mehr Feedback. 

Macht die Arbeit so überhaupt noch Spaß?
Gardé: Mir ist es genau so egal, wenn jemand sagt, dass ich der absolut beste Moderator bin, den es gibt, wie wenn jemand sagt, dass ich Dreck bin. Da darf man nicht zu viel drauf geben.

Ist es mit 38 Jahren und einer eigenen Familie in diesem Job schwerer als mit Anfang 20 als Junggeselle?
Gardé: Natürlich war man früher fitter was die ein oder andere Sache angeht, aber die Gelassenheit ist mittlerweile um einiges größer. Eine Familie gibt einem schließlich auch viel Power. Ich muss auch nichts spielen, was ich nicht möchte, sondern kann ein „Let´s Play“ zu den Spielen machen, auf die ich Bock habe.

Rocketbeans TV überträgt täglich live von der Gamescom und produziert auch „Gamescom TV“ seit diesem Jahr. Wie groß ist der organisatorische Aufwand dabei?
Gardé: In diesem Jahr sind wir mit 40 Mitarbeitern vor Ort und senden aus unserem gläsernen Studio in Halle 10, wo uns auch die Zuschauer auf der Gamescom sehen können. Das ist schon eine logistische Meisterleistung vom gesamten Team. Die Messewoche ist immer unglaublich anstrengend, aber eine tolle Erfahrung. Am ersten Tag sollte man da nicht bis vier Uhr morgens machen. Wir schließen am Wochenende mit unserer eigenen Party „Dosenbeatz“ die stressige Woche für uns ab.

Was ist der Geheimtipp des Gamescom-Experten auf der Messe? 
Gardé: Auf jeden Fall die abgelegeneren Hallen auskundschaften und sich nicht von den großen Publishern und der riesen Traube davor blenden lassen. Vor acht Jahren war Minecraft auch nur ein kleiner Stand in der hintersten Ecke.

Ein Rentenalter gibt es im Gamingbereich ja nicht, wie geht es für RBTV und Sie persönlich in Zukunft weiter?
Gardé: Solange es mir Spaß macht, bleibe ich dabei. Ich muss mich nicht verstellen und unsere langjährigen Zuschauer werden auch mit uns zusammen älter. Unsere Connections werden immer besser und es kommen auch hier auf der Gamescom viele große Namen zu uns ins Studio. Ich bin zwar auf allen Ebenen immer kritisch, aber momentan läuft es wirklich ganz gut. Mit Rocketbeans werden wir unseren Fokus weiterhin mehr auf den E-Sport setzen und auch eine neue Website mit vielen neuen Features wird es geben. Erlaubt ist, was Spaß macht. Das ist unser Motto.

Welches Spiel würden Sie denn der Bundeskanzlerin ans Herz legen?
Gardé: Da fällt mir wirklich spontan kein passendes Spiel ein. Es sollte jedoch einsteigerfreundlich sein.

Etienne Gardé, vielen Dank für das Interview.

Quelle: wa.de

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