Bufdis lernen für das Leben

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Corinna Wagner darf im Rahmen ihres Bundesfreiwilligendienstes im SOS Kinderdorf auch mal den Trecker steuern. Mit dem kleinen Fahrzeug wird etwa der Spermüll transportiert. Im Winter entfernen die Mitarbeiter den Schnee von den Wegen.

Lüdenscheid/Meinerzhagen - Hecken schneiden, Schnee schieben, Spülmaschinen reparieren: Corinna Wagner aus Meinerzhagen ist Bufdi in der Dorfmeisterei des SOS-Kinderdorfs in Lüdenscheid und packt bei sämtlichen Arbeiten, die in den Häusern und auf dem Gelände anstehen, kräftig mit an.

Nicht nur den kleinen Trecker – etwa für Winterdienst und Sperrmüll-Transport – steuert die 19-Jährige ganz selbstverständlich, sondern auch große Autos, mit denen sie Fahrdienste für die Kinder übernimmt – etwa zu einem Bauernhof in Albringwerde zur tiergestützten Pädagogik. 

Insgesamt ein Jahr lang, noch bis Ende August, leistet Corinna Wagner 38,5 Stunden Dienst pro Woche – montags bis donnerstags von 7.30 bis 17 Uhr und freitags viereinhalb Stunden zu Zeiten je nach Bedarf. Nach dem Abitur am Zeppelin-Gymnasium in Lüdenscheid sei für sie schnell klar gewesen, dass sie sich erst einmal für eine gute Sache engagieren und ins Arbeitsleben schnuppern will. „Mehrere Leute aus meinem Jahrgang haben sich für den Bundesfreiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden.“ Da habe sie sich auch nach einer Stelle umgesehen und diese im Kinderdorf gefunden. 

Muskelkater gehört dazu

Die 19-Jährige packt bei sämtlichen Arbeiten an den Häusern oder auf dem Gelände mit ein. Da wird auch mal ein Fahrrad repariert.

„Ich habe mich hier ganz schnell eingelebt“, erinnert sie sich. Das sei mit der Unterstützung von Dorfmeister Werner Ehinger, der anderen Kollegen und der Kinder ganz schnell gegangen. Muskelkater gehörte nach der Arbeit – etwa in den Gärten – am Anfang natürlich dazu, sagt sie. „Aber wenn die Kinder fragen, was man da macht, und am liebsten auf dem Trecker mitfahren wollen, dann vergisst man schnell, dass es auch mal anstrengend ist.“ 

Und auch wenn Corinnas Bundesfreiwilligendienst nicht auf pädagogische Arbeit in den Häusern ausgelegt ist, gehört der Kontakt mit den Kindern und Kollegen fest zum Arbeitsalltag. Dass Corinna gut ankommt, davon ist Werner Ehinger überzeugt: „Wenn mal jemand anders eine Fahrt übernimmt, fragen die Kinder direkt ,Wo ist denn Corinna?’ und vermissen sie.“

Während ihrer Zeit als Bufdi lerne sie aber auch ganz praktisch etwas fürs Leben, sagt der Dorfmeister. „Tapezieren, Streichen, Schränke und Betten aufbauen – alle Fähigkeiten, die man so braucht, um die erste eigene Wohnung herzurichten.“ Die ersten eigenen vier Wände könnte es für die 19-Jährige tatsächlich schon im Herbst geben. Dann will sie wahrscheinlich studieren gehen, vielleicht etwas, bei dem sie ihre Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch braucht – „oder doch etwas in Richtung Sozialarbeit.“

Abwechslungsreicher Alltag

Fürs erste jedoch genießt sie den abwechslungsreichen Alltag im Kinderdorf, sagt die 19-Jährige. Für alle, die auch Interesse am Bundesfreiwilligendienst in der Dorfmeisterei haben, hält das SOS-Kinderdorf auf seiner Webseite in der Rubrik „Praktika und Stellenangebote“ Informationen bereit. Grundvoraussetzungen sind Zuverlässigkeit, handwerkliches Geschick, Flexibilität und ein Führerschein der Klasse B. Ansonsten orientiere man sich an den üblichen Rahmenbedingungen für Bundesfreiwilligendienste, sagt Ehinger.

Quelle: wa.de

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