Highlight der sportlichen Karriere: Spiel gegen U17 des FC Schalke

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So wird am Wehberg gefeiert: Wie beim Spiel gegen Verl, soll auch gegen die Schalker „Knappen“ gejubelt werden.

Lüdenscheid - Es ist ein besonderes Erlebnis, für viele sogar das Highlight der eigenen sportlichen Karriere: Am Dienstag erwarten die B-Junioren des Sport-Clubs Lüdenscheid zu einem Pflichtspiel, dem Achtelfinale des Westfalenpokals, die U17-Auswahl des FC Schalke 04.

Die führt momentan die Bundesliga-West im Nachwuchsbereich als Tabellenführer an. Zuvor steht dem Bezirksligist aus der Bergstadt aber noch der harte Ligaalltag bevor. Angst lässt sich aus dem Gesicht von Dominique Wohlpart im Hinblick auf das Duell gegen den Tabellenführer der höchsten Deutschen Juniorenspielklasse nicht ablesen – eher eine große Vorfreude. 

„Ein Tor gegen Schalke wäre ein Traum. Wir werden aber als komplette Mannschaft in der Defensive genug gefordert sein“, befürchtet Stürmer Luca Henzel.

Wohlpart wird seine Mannschaft am Dienstag als Kapitän auf den Platz führen, ist sich aber nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine und in der Freizeit seinen Pflichten als Mannschaftsführer bewusst. Seine Hauptaufgabe in der nahen Vergangenheit war dabei, die Gemüter der Mitspieler zu beruhigen, für den nötigen Fokus im Ligaalltag zu Sorgen und das „Schalke-Gespenst“ von seiner Mannschaft fern zu halten. 

Enkel von Franz Beckenbauer

Sein Gegenüber hat in diesen Bereichen wohl weniger Arbeit als Wohlpart. Er hört auf den Namen Luca Beckenbauer und ist der Enkel von „Kaiser“ Franz Beckenbauer. 

In der vergangenen Saison kam das Nachwuchstalent mit dem berühmten Namen aus München in die „Knappenschmiede“, wie die Schalker Nachwuchsabteilung genannt wird. Beckenbauer und seine Teamkollegen – darunter schon etliche Nationalspieler – treffen im Ligabetrieb der Bundesliga-West auf die Fußballmächte aus Dortmund, Leverkusen oder Mönchengladbach. 

„Als Dortmund-Fan ist das ein besonderer Anreiz. Hier am Wehberg wird die Hölle los sein, viele Freunde und Familienmitglieder feuern uns an“, hofft Alexi Mavroudakis.

Die ärgsten Konkurrenten vom – aus Schalker Sicht – „Fußball-Zwerg“ aus Lüdenscheid sind dagegen der TuS Erndtebrück, Borussia Dröschede oder die Zweitvertretung vom FC Iserlohn. Ob man es glauben mag oder nicht, komplett einvernehmlich ist das wichtigste Spiel in den nächsten Tagen für die knapp 20 Jugendlichen aus dem Kader des SC Lüdenscheid das Spitzenspiel der Bezirksliga Staffel 4 am Sonntag gegen den Tabellenzweiten Erndtebrück. 

Zwei Tage vor dem Kräftemessen mit den blau-weißen Gelsenkirchenern wartet erste Verfolger auf Bezirksebene um den Landesliga-Aufstieg auf den Sport-Club. Ein Aufstieg der in dieser Saison Priorität hat, sogar vor dem großen FC Schalke. 

Chancen auf den Aufstieg

Der Grund liegt für die Schützlinge von Trainer Markus Hildebrandt auf der Hand. „Die Chancen auf den Aufstieg in die Landesliga sind größer, als gegen Schalke zu gewinnen oder den Pokal zu holen“, meint Arne Winter, der im offensiven Mittelfeld die Fäden beim SCL zieht. 

„Schalke war und ist das Thema in der Kabine. Wir brauchen aber volle Konzentration für das Spitzenspiel gegen Erndtebrück“, mahnt Kapitän Dominique Wohlpart.

Beim bevorstehenden „Pokalfight“ denkt der Achtelfinalist aus der Bergstadt aber eher an die Arbeit in der Defensive und die bevorstehende Laufarbeit gegen die technisch und spielerisch überlegenen Schalker. Eine Taktik, die schon in der zweiten Runde des Pokals aufging, als man sich gegen den Westfalenligisten SC Verl auch kaum Chancen auf ein Weiterkommen machte. Bis ins Elfmeterschießen kämpfte sich der „Underdog“ aus Lüdenscheid und fand in Torhüter Lukas Bertels einen sicheren Rückhalt, der den entscheidenden Elfmeter mit vollem Körpereinsatz abwehrte. 

Stürmer hielt bis zum Ende durch

„Die Knappenschmiede ist uns allen ein Begriff. Schon in der B-Jugend sind viele Nationalspieler auf Schalke“, sagt Schalke-Fan Adrian Waltanian-Malhami.

Der Jubel kannte daraufhin keine Grenzen mehr. Ans Jubeln erinnert sich Luca Henzel kaum mehr noch. Der Stürmer erzielte das wichtige Tor zum 1:1-Ausgleich, war aber ebenfalls in der Defensive gefordert und bearbeitete wie seine Teamkollegen an diesem Tag den gesamten Platz: „Ich war mit meinem Kräften in der Schlussphase am Ende, musste mich fast übergeben.“ Trotzdem hielt der Stürmer bis zum Schluss durch. 

Große Wochenendplanungen hat vor den beiden Highlight-Spielen keiner der Lüdenscheider Nachwuchs-Kicker. Partys mit Freunden, die Nacht vor der Konsole, dem PC oder dem Fernseher verbringen, das dürfte Tabu sein. Nicht, weil es Trainer Hildebrandt oder der SCL verbietet, sondern weil die gesamte Mannschaft fit für die beiden Aufgaben sein will. Bei einem Erfolg am Sonntag hätte man vier Punkte Vorsprung auf die Verfolger. 

„Als Dortmund-Fan ist das ein besonderer Anreiz. Hier am Wehberg wird die Hölle los sein, viele Freunde und Familienmitglieder feuern uns an“, hofft Alexi Mavroudakis.

Dienstag ist aus Sicht von Trainer Hildebrandt dann eine Belohnung – für eine starke Saison und einen aufopferungsvollen Kampf gegen den Favoriten SC Verl. Ob in den Kreisen des SCL noch lange von dem Spiel gesprochen wird? Das kommt für den defensiven Mittelfeldspieler Fynn Braukmann ganz auf den Ausgang der Partie an: „Selbst wenn wir 0:3 unterliegen und alles gegeben haben, werden wir noch lange davon erzählen. Wenn es zweistellig wird, dann will man es nur noch vergessen.“ 

Ob Luca Beckenbauer dann auch tatsächlich im Pokal für Schalke auflaufen wird, oder er geschont wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: wa.de

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