Messenger-Dienste

WhatsApp-Ärger: Schweizer Wettbewerber erlebt ungeahnten Boom - Eine Zielgruppe ist besonders interessiert

Verschiedene Messenegerdienste auf einem iPhone
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WhatsApp: Nach den geänderten Datenschutzregeln suchen viele User jetzt nach Alternativen.

Seit der Bekanntgabe seiner neuen Datenschutzrichtlinie gerät WhatsApp immer stärker unter Druck. Ein Schweizer Wettbewerber kann sich jetzt vor Anfragen kaum retten.

  • Seitdem WhatsApp* seine neue Datenschutzrichtlinie im Januar veröffentlicht hat, wandern immer mehr Nutzern zu Messenger-Alternativen ab.
  • Neben Signal kann sich auch Threema über einen wachsenden Zulauf an neuen Nutzern erfreuen.
  • Der Schweizer Instant-Message-Dienst steht vor allem bei einigen deutschen Unternehmen hoch im Kurs.

München - Es herrscht Aufbruchstimmung auf dem Messenger-Markt. Seitdem WhatsApp seine neue Datenschutzrichtlinie im Januar veröffentlicht hat, wächst der Konkurrenzdruck auf den Messenger-Riesen. Zu den Hauptprofiteuren zählt dabei die Chat-App Threema. Das Schweizer Unternehmen ist vor allem bei den lukrativen Firmenkunden stark gefragt.

WhatsApp: Nach Kritik wenden sich immer mehr Nutzer von der App ab

Unkomplizierte Benutzung, Nachrichten in Echtzeit und ein kostenfreier Download machten WhatsApp in den letzten Jahren zu dem beliebtesten Instant-Message-Dienst in Deutschland und weltweit. Laut einer Onlinestudie von ARD und ZDF zur Nutzung von Social Media, benutzen 68 Prozent der deutschen Bevölkerung WhatsApp täglich. Weltweit verschicken sagenhafte zwei Milliarden Menschen Nachrichten über die Smartphone-Anwendung.

Doch die Kritik an der neuen Datenschutzrichtlinie von WhatsApp hat der Konkurrenz der Nachrichten-App Tür und Tor geöffnet. Seit Jahren in der Versenkung verschwundene Messenger-Dienste erfreuten sich in den letzten Wochen einer großen Beliebtheit. Neben fast vergessenem ICQ und dem von Elon Musk* beworbenen Signal haben vor allem Firmenkunden einen großen Gefallen an dem Messenger-Dienst Threema gefunden.

WhatsApp-Alternative besticht mit hohem Datenschutz und Vertraulichkeit

„Wir kommen kaum nach, die Anfragen zu beantworten“, sagte Co-Gründer und Threema-CEO Martin Blatter dem Handelsblatt. Mittlerweile hat die Messenger-App weltweit über neun Millionen Nutzer und 5000 Firmenkunden, zu welchen neben Automobilherstellern auch die Grünen zählen. Im Kern geht es Threema seit seiner Gründung im Jahr 2012 darum sichere Kommunikation zu gewährleisten. Vordergründig steht bei Threema der Verkauf der Dienstleistung, also der App, und nicht der Daten wie bei WhatsApp. Deswegen zahlen Nutzer für die Benutzung der Anwendung 3,99 €. Unternehmen müssen pro Nutzer monatlich zwei Euro bezahlen.

Die WhatsApp-Alternative Threema macht vieles anders als herkömmliche Messenger-Dienste. Zum einen ist für die Benutzung der App keine Verifizierung mit einer Handynummer oder E-Mail-Adresse notwendig. Stattdessen bekommen die Nutzer eine achtstellige Threema-Nummer zugeteilt, die keine Rückschlüsse auf die Identität des Nutzers zulässt. Zum anderen sind alle Gruppen- und Einzelchats sowie Sprach- und Videoanrufe Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Sicherheit und Anonymität wird bei der App besonders großgeschrieben. Ein weiteres besonderes Feature der App ist, dass Nutzerdaten nicht auf Servern, sondern lokal auf den Geräten der Nutzer gespeichert werden. Zudem müssen User im Gegensatz zu anderen Messenger-Diensten der App keinen Zugriff auf das Adressbuch gewähren.

Viele Unternehmen sind deswegen von der WhatsApp-Alternative überzeugt. Gegenüber dem Handelsblatt erklärte Michael Schrank, Chief Information Security Officer von Daimler. „Eine stabile Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wirkungsvoller Datenschutz und hohe Verfügbarkeit sind bei einem Messengerdienst entscheidend“. Zudem glänzt Threema mit seiner einzigartigen Transparenz. Erst kürzlich legte der Messenger-Dienst seinen Quellcode offen. Threema-Gründer Martin Blatter erklärte diesen gewagten Schritt damit, dass „sich jeder davon überzeugen, dass im Hintergrund nichts Böses läuft.“

WhatsApp-Zwangsupdate: Weltweite Kritik der neuen Datenschutzrichtlinie

Nach Bekanntgabe seiner neuen Datenschutzrichtlinie im Januar ist WhatsApp weltweit in ein regelrechtes Sperrfeuer der Kritik geraten. Kritisiert wurde vor allem der Punkt, dass Nutzer der neuen Richtlinie zustimmen müssen, um WhatsApp weiterhin benutzen zu können. Im Kern soll es dem Messenger-Dienst mit der neuen Datenschutzrichtlinie möglich sein, Daten von WhatsApp-Nutzern mit Facebook und anderen Konzerntöchtern zu teilen. Nach der weltweiten Kritik zog WhatsApp erste Konsequenzen und verschob den Termin für das Update um zwei Monate.

Für User innerhalb der EU wird sich mit der neuen Datenschutzrichtlinie nicht viel ändern. Denn aufgrund der europäischen Datenschutzverordnung darf das Unternehmen keine Nutzerdaten mit Facebook oder anderen Unternehmen teilen. Nutzer außerhalb Europas haben hingegen nicht mehr die Möglichkeit, die Datenweitergabe zwischen WhatsApp und Facebook zu verweigern. (phf) Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Netzwerk.

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