Verbraucherzentrale: Schlechte Noten für Riester-Rente

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Zu wenig kommt nach Einschätzung der Verbraucherzentrale von den Fördergeldern der Riester-Rente bei den Empfängern an.

Berlin - Die Verbraucherzentrale hat den Anbietern von Riester-Produkten ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Kritisiert wird vor allem, dass Fördergelder vielfach als Provisionen abkassiert werden.

Die Riester-Rente muss nach Ansicht der Verbraucherschützer auf den Prüfstand gestellt werden. “Ein passendes Riester-Produkt zu finden, gleicht einem Lotteriespiel“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Gerd Billen, am Montag in Berlin. Staatliche Fördergelder landeten vielfach nicht bei den Förderberechtigten, sondern als Provisionen bei den Anbietern, kritisierte Billen.

Die Kosten für Riesterverträge zehrten zumindest teilweise die Zulagen auf. Und wer das Recht auf Anbieterwechsel nutze, könne das eingezahlte Kapital nahezu vollständig verlieren. Zudem seien viele Riester-Produkte intransparent, sagte Billen unter Berufung auf ein neues Gutachten “Alles Riester? Die Umsetzung der Förderidee in der Praxis“.

Demnach hielten nur knapp die Hälfte aller Anbieter nutzbare Kosteninformationen bereit, fast 40 Prozent der Angebote wiesen die Kosten nicht wie vorgeschrieben in Euro aus oder machten nur teilweise Angaben.

Ein Drittel der Angebote enthalte keine Angaben zu den Kosten eines Vertragswechsels, fast ein Viertel keine hinreichenden Angaben zu den Abschluss- und Verwaltungskosten, monierte Billen.

Billen forderte eine Stärkung der anbieterunabhängigen Beratung, um Verbraucher vor Fehlentscheidungen zu bewahren. “Es wird höchste Zeit, die Effektivität und Effizienz der Altersvorsorge auf den Prüfstand zu stellen“, sagte Billen. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) müsse sich als “Generalinspekteurin für Altersvorsorge“ ein umfassendes Gesamtbild verschaffen, um die Alterssicherung nachhaltig zu gestalten.

Rund acht Jahre nach Einführung der Riester-Rente haben laut Verbraucherzentrale maximal die Hälfte der Förderberechtigten einen Vertrag abgeschlossen (knapp 12,9 Millionen, Stand September 2009). Davon erhalten den Angaben zufolge lediglich rund 60 Prozent die maximale Zulage.

AP

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