Zu spät oder zu wenig Geld

Tausende Versicherungskunden beschwerten sich 2017

+
Unter anderem gab es am häufigsten wie im Vorjahr Konflikte mit KfZ-Versicherungen. foto: Daniel Reinhardt

Ärger mit der KfZ-Versicherung, der Krankenversicherung oder der Lebensversicherung: Die Finanzaufsicht und der Versicherungs-Ombudsmann hatten auch in diesem Jahr viel zu tun.

Berlin/Frankfurt (dpa) - Tausende Versicherte haben sich auch 2017 bei der Finanzaufsicht Bafin über ihre Assekuranz beschwert.

Für Ärger sorgten aus Sicht der Kunden insbesondere Verzögerungen bei der Prüfung des Falls oder die Höhe der Versicherungsleistung, wie die Bafin mitteilte. Nach Daten, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, bearbeitete die Aufsicht bis Ende September insgesamt 5708 Beschwerden abschließend. Im Gesamtjahr 2016 waren es 7985 Fälle.

Ärger gab es immer wieder auch bei der Frage, ob für einen bestimmten Schaden im Rahmen des Vertrages Versicherungsschutz besteht oder nicht. Weitere Beschwerden betrafen zum Beispiel Kündigungen, Beitrags- oder Vertragsänderungen. Am häufigsten gab es wie im Vorjahr Konflikte mit Lebensversicherungen (1383 Fälle bis Ende September), KfZ-Versicherungen (1179) und Krankenversicherungen (1123).

Von einem förmlichen Verwaltungsverfahren musste die Bafin nach eigenen Angaben jedoch keinen Gebrauch machen. Die Assekuranzen hätten von sich aus ihr Vorgehen korrigiert, nachdem die Bafin sie dazu aufgefordert habe.

Auch beim Ombudsmann für Versicherungen machten Verbraucher ihrem Ärger Luft. Dabei ging es unter anderem um Beschwerden zu Rechtsschutz- sowie Lebensversicherungen. In den vergangenen zwei Jahren hätten die Konflikte mit Rechtsschutzversicherungen insbesondere wegen des VW-Abgasskandals deutlich zugenommen, erläuterte Ombudsmann Günter Hirsch.

Insgesamt dürften 2017 ungefähr wieder 20 000 Beschwerden eingegangen sein. "Allerdings ist die Zahl der zulässigen Beschwerden deutlich geringer", betonte Hirsch.

Der Versicherungs-Ombudsmann sucht bei Konflikten eine gütliche Einigung, kann bis zu einem Streitwert von 10 000 Euro aber auch verbindlich entscheiden. Für Verbraucher ist das kostenfrei. Nahezu alle im Privatkundengeschäft tätigen Versicherer sind den Angaben zufolge Mitglieder des Vereins Versicherungsombudsmann und damit verpflichtet, sich am Beschwerdeverfahren zu beteiligen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.