Werden Süßigkeiten demnächst teurer?

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Trotz Rekordernte der Zuckerrüben, kommt es zu Engpässen in der Zuckerversorgung bei der Süßwarenindustrie.

Berlin - Die deutsche Süßwarenindustrie sieht sich wegen eines Zuckerengpasses und steigender Rohstoffpreise weiter vor schwierigen Zeiten.

Vielfach könnten die Unternehmen die Kosten wegen des scharfen Wettbewerbs im Einzelhandel nur verzögert weitergeben, erklärte der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BSDI) am Freitag in Berlin. „Das Ergebnis ist eine Ertragserosion, die besonders den kleinen und mittelständischen Süßwarenbetrieben zu schaffen macht und teils existenzbedrohende Auswirkungen hat“, sagte der BSDI-Vorsitzende Dietmar Kendziur.

Zuwächse bei den Exporten hatten den Unternehmen im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von 2,1 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro beschert. Fast jede zweite Tonne deutscher Schokoladen, Backwaren und Knabbereien wanderte ins Ausland, hauptsächlich in EU-Länder.

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Vor allem auf dem Zuckermarkt sieht die Branche in diesem Jahr Probleme. Trotz einer Rekordernte bei Zuckerrüben ist der Rohstoff dem Verband zufolge in Europa knapp. Schuld daran sei unter anderem das Quotensystem, das den Markt künstlich verknappe. Dadurch sei der Zuckerpreis in der EU im vergangenen Herbst um bis zu 50 Prozent gestiegen. Auch für das Ende dieses Jahres erwarte er leere Lager, erklärte Kendziur.

Probleme bereitet der Branche, die in Deutschland 50 000 Beschäftigte zählt, auch der gestiegene Ölpreis, der auch die Kosten für Verpackungen und Transport steigen ließ.

Die Deutschen hatten 2011 wieder etwas mehr genascht als im Vorjahr. Pro Kopf stieg der Konsum um rund 2,5 Prozent auf insgesamt 31,4 Kilogramm.

dpa

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