Aus den roten Zahlen

Nach sechs Jahren Sanierung: Sony erzielt Rekordgewinn

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Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres bekommt Sony einen neuen Chef: Kenichiro Yoshida. Foto: Shizuo Kambayashi/AP

Kazuo Hirai hat Sony mit einer harten Sanierung aus tiefroten Zahlen geführt. Jetzt übernimmt der bisherige Finanzchef den Spitzenposten.

Tokio (dpa) - Der japanische Elektronik-Konzern Sony bekommt einen neuen Chef. Der Sanierer Kazuo Hirai geht zum 1. April und will einen Schlusspunkt mit einem Rekordgewinn setzen. Den Spitzenjob übernimmt der bisherige Finanzchef Kenichiro Yoshida.

Hirai hatte Sony in den vergangenen sechs Jahren saniert und aus einer Serie hoher Verluste geführt. Dafür baute er auch zehntausende Arbeitsplätze ab und stieg aus Geschäftsbereichen wie der Computer-Produktion aus.

Die heute vorgelegten frischen Zahlen bekräftigten den Erfolg Hirais als Sanierer. Der Umsatz stieg im vergangenen Quartal Jahresvergleich um 11,5 Prozent auf 2,67 Billionen Yen (19,5 Mrd Euro). Der Gewinn war mit 296 Milliarden Yen (2,1 Mrd Euro) sogar fast 15 Mal höher als ein Jahr zuvor.

Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr rechnet Sony nun mit einem Gewinn von 480 Milliarden Yen - 100 Milliarden mehr als noch im Oktober erwartet. Dazu tragen das stark laufende Musikgeschäft und der Finanzbereich bei. Der Umsatz wird weiterhin bei 8,5 Billionen Yen prognostiziert.

Es sei ein guter Zeitpunkt für einen Führungswechsel, da Sony demnächst eine neue mittelfristige Planung umsetzen werde, erklärte der 57-jährige Hirai. Er wird nun den Vorsitz im Verwaltungsrat übernehmen.

Hirai musste über Jahre vor allem das einst glorreiche Geschäft mit Unterhaltungselektronik wieder in die Spur bringen. Sony hatte im scharfen Wettbewerb mit südkoreanischen und chinesischen Konkurrenten schwer zu kämpfen. Die Verluste der Sparte drohten, den gesamten Konzern aufzufressen. Im vergangenen Quartal wuchs Umsatz des Bereichs nun um 76 Prozent auf 430 Milliarden Yen (3,1 Mrd Euro) und der operative Gewinn um ein Fünftel auf gut 46 Milliarden Yen.

Inzwischen gehören zu den tragenden Säulen des Geschäfts die Spielekonsole Playstation und Kamera-Module für Smartphones. Hirai hatte vor dem Vorrücken an die Konzernspitze 2012 selbst die Playstation-Sparte geführt. Im vergangenen Quartal verdoppelte sich ihr Umsatz auf 718 Milliarden Yen (5,2 Mrd Euro). Der operative Gewinn wuchs um 35 Prozent auf 85,4 Milliarden Yen. Sony verkaufte im vergangenen Weihnachtsgeschäft neun Millionen Playstation-4-Konsolen.

Zuletzt hatte Hirai die Sanierung Sony-Hollywoodstudios beaufsichtigt, die als weniger effizient als ihre Rivalen galten. Mit einer hohen Abschreibung räumte er die Bilanz auf. Im vergangenen Quartal gab es in dem vom Erfolg oder Flop von Filmen abhängenden Geschäft ein Umsatzplus von 35 Prozent auf 260 Milliarden Yen und einen schmalen operativen Gewinn von 10,5 Milliarden Yen (76 Mio Euro). Mit dem neuen "Jumanji"-Film hat Sony aktuell einen Hit an den Kinokassen. Zudem produzierte das Studio für Netflix den Serien-Hit "The Crown" und profitierte von den steigenden Abo-Erlösen des Videostreaming-Dienstes.

Während Sonys Kameramodule in einer breiten Palette von Smartphones wie Apples iPhone oder Samsung-Modellen stecken, gelang es auch unter Hirai nicht, das eigene Handy-Geschäft in Schwung zu bringen. Zuletzt fokussierte sich Sony darauf, weniger, aber dafür teurere Smartphones zu verkaufen, um die Profitabilität der Sparte zu steigern. Im vergangenen Quartal sank der Absatz der Sony-Smartphones von 5,1 auf 4 Millionen Geräte. Der bisherige Leiter des Handy-Bereichs, Hiroki Totoki, wird den Posten des Finanzchefs übernehmen.

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