Siemens leidet weiter unter der Wirtschaftskrise

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Das Logo der Siemens AG an einem Gebäude des Unternehmens in München.

München - Der Elektrokonzern Siemens spürt weiter die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und rechnet im zweiten Geschäftsquartal mit weniger Aufträgen als noch vor einem Jahr.

Vor allem die sogenannten langzyklischen Geschäfte - also Projekte mit langem Vorlauf wie der Kraftwerksbau - leiden nach wie vor unter den Folgen der Krise. Dank einer Erholung bei den kurzzyklischen Geschäften, wie etwa der Lichtsparte Osram, sei insgesamt aber mit einem besseren operativen Ergebnis der drei Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit zu rechnen, sagte Siemens-Finanzchef Joe Kaeser am Freitag auf einer Investorenkonferenz. Zudem wirke sich der Sparkurs in Vertrieb und Verwaltung positiv aus.

Zudem helfe ein Einmaleffekt über rund 150 bis 200 Millionen Euro durch eine Neuordnung der Pensionspläne in den USA. Die Zahlen für die Zeit von Januar bis März will Siemens am 29. April vorlegen. Das wirtschaftliche Umfeld helle sich langsam auf, sagte Kaeser. Die Erholung sei indes noch nicht in allen Sparten angekommen. Im Energiegeschäft rechnet Kaeser angesichts einer zurückhaltenden Nachfrage nach herkömmlichen Kraftwerken mit einem weiteren Rückgang der Aufträge. Zudem zeige sich das Geschäft mit erneuerbaren Energien weiter schwankungsanfällig. Der Umsatz des Energiesektors dürfte aber im Vergleich zum ersten Quartal zulegen. Hier hatte Siemens 5,616 Milliarden Euro erlöst.

Im Industriegeschäft rechnet der Konzern angesichts eines weiter schrumpfenden Marktes mit sinkenden Aufträgen und Erlösen. Allerdings dürfte der Gewinn höher ausfallen, als die 671 Millionen Euro vor einem Jahr. Transport- und Eisenbahnmarkt wüchsen und in den kurzzyklischen Industrien gebe es eine Bodenbildung. Während sich das Geschäft in den entwickelten Märkten angesichts von Überkapazitäten langsamer als gedacht erhole, sieht Siemens einen Aufschwung in den Schwellenländern Asiens sowie im Nahen und Mittleren Osten. In Ländern wie Brasilien, China und Indien will der Konzern seine Präsenz ausbauen. Im Gesundheitsgeschäft sei die Ertragslage weiter positiv, berichtete der Finanzvorstand. Das Rekordergebnis vom Vorquartal werde aber nicht erreicht, schränkte Kaeser ein. Auftragseingang und Umsatz dürften auch in dieser Sparte unter den Werten des Vorjahres liegen.

dpa

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