Wegen Abgassakandal

Daimler ordnet Rückruf von 690.000 Diesel an - So viele deutsche Autos sind betroffen

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Pflichtrückruf für Hunderttausende Diesel von Daimler

Dem Mercedes-Konzern steht eine riesige Rückrufaktion bevor. Grund dafür ist der Abgasskandal und es betrifft sämtliche KFZ-Klassen des Herstellers.

+++Update vom 20.August +++

Der Autobauer Daimler muss bei dem schon angekündigten Rückruf wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung europaweit 690 000 Diesel in die Werkstätten holen. Darunter sind 280 000 Fahrzeuge in Deutschland, wie das Bundesverkehrsministerium am Montag auf Anfrage in Berlin bestätigte. Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) hatte den Rückruf Mitte Juni nach einem Treffen mit Konzernchef Dieter Zetsche angekündigt. Damals war zunächst von insgesamt 774 000 Fahrzeugen die Rede, darunter 238 000 in Deutschland. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat demnach nun bereits mit der Prüfung neuer Abgas-Software begonnen. Zuerst hatte das Magazin „Der Spiegel“ über die Anordnung berichtet.

Daimler betonte, man kooperiere mit den Behörden. Wie zuvor schon beim Kleintransporter Vito legt der Hersteller aber auch gegen den neuen Bescheid Widerspruch ein. Auf der Liste stehen nun neben dem Vito, bei dem das KBA schon eine unzulässige Abschalteinrichtung moniert hatte, laut Ministerium unter anderem Varianten der C-, E- und S-Klasse oder der SUVs GLC, GLE und GLS. Betroffene Halter will Daimler informieren. Der Konzern hält die beanstandeten Funktionen nicht für illegal und will deshalb eine rechtliche Klärung.

Das Ministerium erläuterte, durch die eingebauten Einrichtungen könne es im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten Stickoxid-Emissionen (NOx) kommen. Daimler muss die unzulässige Software entfernen. Der zunächst nur den Vito betreffende Rückruf wurde bereits am 3. August auf die anderen Fahrzeuge ausgedehnt, wie es hieß.

Hunderttausende Mercedes-Fahrzeuge werden vom Kraftfahrt-Bundesamt zurückgerufen

Stuttgart - Der nächste Autokonzern muss nun wegen der Diesel-Affäre bluten. Dieses Mal trifft es Mercedes. Betroffen sind sämtliche Klassen und Typen des Automobilherstellers. Bei allen Typen hat das Kraftfahrt-Bundesamt eine Manipulation der Abgasreinigung festgestellt. 

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Bereits im Mai traf sich der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit dem Daimler-Chef Dieter Zetsche, nachdem bei immer mehr Diesel-Modellen des Mercedes-Konzerns falsche Werte beim Abgasaustoß festgestellt wurden. Zetsche musste daraufhin eine Liste aller Diesel-Fahrzeuge an das Kraftfahrt-Bundesamt übermitteln. Das zog nach Überprüfung nun die Konsequenzen und verlangt von Mercedes eine immense Rückrufaktion aller Diesel-Modelle, die nun ein neues Software-Update bekommen sollen. 

24 KFZ-Modelle sind vom Rückruf bei Mercedes betroffen

Wie der Spiegel berichtet, sind 24 Modelle mit einem Dieselmotor des deutschen Autobauers betroffen. Diese reichen durch sämtliche Typen und Klassen bei Mercedes. 700.000 Autos sind in ganz Europa betroffen davon etwa 280.000 in Deutschland.

Rückruf dieser Automobiltypen 

Bei der C-Klasse betrifft es das kleinste Modell mit Renault-Motor sowie das C300-Hybrid-Modell. Ebenso steht die E-Klasse mit diversen Modellen auf der Liste, darunter auch die aktuelle Baureihe des Typs. Unregelmäßigkeiten wurden auch bei des S-Klasse mit Hybrid-Motor, die eigentlich besonders umweltfreundlich sein sollte, gefunden. Die G-Klasse sowie die Geländewagen der Typen ML, GLE und GLC werden ebenfalls zurückgerufen. Auch das Sportcoupé CLS und der Roadster SLK müssen wieder ins Werk zurück.

Diese Transporter und Vans von Mercedes sind vom Rückruf betroffen

Nicht nur die kleineren KFZ-Klassen stehen auf der Liste für einen Rückruf, ebenso sind einige Transporter und Vans betroffen. Dazu gehören der Vito, die V-Klasse und der Sprinter. Bei ihnen muss ein neues Software-Update installiert werden, das eine Abschalteinrichtung entfernt, denn diese sorgt für den erhöhten Stickoxid-Ausstoß im normalen Straßenverkehr.

Diese vom Bund erzwungene große Rückruf-Aktion will der Daimler-Konzern jedoch nicht einfach so hinnehmen. Man werde laut eines Sprechers Widerspruch einlegen. Jedoch soll trotzdem an neuen Software-Updates gearbeitet werden. Kunden sollen rechtzeitig informiert werden.

SL

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