Japanische Ermittler

Renault-Nissan-Chef Ghosn bleibt weiter in Haft

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Ghosn soll seit 2011 über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 5 Milliarden Yen (rund 40 Mio Euro) Einkommen zu wenig angegeben haben. Foto: Kin Cheung

Tokio (dpa) – Nach seiner Verhaftung in Japan wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Börsenauflagen soll der Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn zunächst für zehn weitere Tage festgehalten werden.

Das entschied ein Bezirksgericht in Tokio auf Antrag der Ermittler. Auch sein mutmaßlicher Komplize und ebenfalls verhaftete Nissan-Direktor Greg Kelly dürfe zunächst weiter in Haft bleiben.

Ghosn und Kelly waren am Montag verhaftet worden. Internen Ermittlungen zufolge sollen die beiden ihre Geldbezüge in offiziellen Berichten an die japanische Börse falsch dargestellt und in Ghosns Fall zu niedrig beziffert haben. Medien hatten berichtet, Ghosn habe seit 2011 über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 5 Milliarden Yen (rund 40 Mio Euro) Einkommen zu wenig angegeben.

Japans zweitgrößter Autobauer werde Ghosn und Kelly voraussichtlich bei einer Vorstandssitzung am Donnerstag entlassen, hatte Nissan-Vorstandschef Hiroto Saikawa am Montag bei einer Pressekonferenz in Tokio angekündigt. Darauf könnte in der kommenden Woche eine Kündigung Ghosns als Präsident von Mitsubishi Motors folgen.

Der französische Autokonzern Renault hatte bereits am Dienstagabend seinem Vize-Generaldirektor Thierry Bolloré vorläufig die Geschäftsführung übertragen, solange Ghosn "verhindert" sei. Ghosn bleibe aber zunächst Vorsitzender und CEO.

Der gebürtige Brasilianer Ghosn, der auch über die libanesische und französische Staatsbürgerschaft verfügt, ist bei Nissan derzeit Verwaltungsratschef und bei Renault Vorstandschef. Außerdem führt er die gemeinsame weitreichende Allianz der beiden Autobauer, die überkreuz aneinander beteiligt sind.

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