Opel: Magna zuversichtlich - Treuhand wartet ab

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Magna ist zuversichtlich, dass die Übernahme von Opel klappt.

Graz/Frankfurt - Ungeachtet der Bedenken aus Brüssel und Gerüchten um einen Strategiewechsels bei General Motors rechnet Magna weiterhin mit einer baldigen Übernahme von Opel.

“Ich bin überzeugt, dass der Vertrag in Kürze unterschrieben wird“, sagte Magna-Europa- Chef Siegfried Wolf. Auch der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Carl- Peter Forster betonte, die Papiere seien unterschriftsreif. Er hoffe auf eine baldige Unterzeichnung. Zuvor müssen allerdings noch die Zweifel der EU-Kommission an dem mit Staatshilfen in Milliardenhöhe verbundenen Geschäft ausgeräumt werden. Brüssel fordert von der Opel-Treuhand und Alteigentümer General Motors (GM) eine schriftliche Klarstellung, dass die Entscheidung für den kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna nicht wegen politischen Drucks fiel.

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Die Treuhand wird die Erklärung allerdings frühestens in der kommenden Woche abgeben. “Das hängt von der Entscheidung von General Motors ab“, erfuhr die Deutsche Presse- Agentur dpa am Mittwoch aus Treuhandkreisen. Der GM-Verwaltungsrat befasst sich am kommenden Dienstag mit dem Opel-Verkauf und den Bedenken der EU-Kommission. “Wenn das Gremium seine Empfehlung vom September aufrechterhält, Opel an Magna und die russische Sberbank zu verkaufen, geht der Brief raus, wonach die Entscheidung allein nach wirtschaftlichen Kriterien erfolgt ist“, sagte die mit den Vorgängen vertraute Person.

Behält GM Opel, ist die Treuhand nicht mehr zuständig

Sollte der Konzern seine deutsche Tochter hingegen doch behalten wollen, sei die Treuhand formal nicht mehr zuständig. Ihre Aufgabe beschränke sich auf Investoren. Dann würde die Übertragung der Anteile an die Treuhand “rückabgewickelt“, das weitere Geschäft sei eine Sache zwischen GM und der Bundesregierung. Die von Bund und Ländern sowie GM gleichberechtigt kontrollierte Treuhand hält derzeit 65 Prozent der Opel-Anteile als Pfand für den 1,5 Milliarden schweren Überbrückungskredit. Auch GM hat bislang wegen rechtlicher Bedenken und aus Angst vor Schadenersatz noch kein Schreiben an die Kommission geschickt. Die Behörde hat Bedenken, dass wegen der geplanten Staatshilfen von 4,5 Milliarden Euro die deutschen Standorte bevorzugt und der Wettbewerb verzerrt werden könnten.

Die oberste Wettbewerbsaufsicht in der EU muss die Staatshilfen genehmigen. Sie will die kartellrechtliche Überprüfung des geplanten Teilverkaufs bis zum 27. November abschließen. Ohne die Milliardenhilfe könnten Magna und Sberbank die Übernahme nicht schultern. Wolf betonte erneut, bei einem Opel-Magna-Deal werde das Zulieferergeschäft strikt vom Herstellergeschäft getrennt. Damit reagierte er auf die Drohung wichtiger Kunden wie VW oder BMW, ihre Zusammenarbeit mit Magna zu überdenken, wenn der Zulieferer durch den Einstieg bei Opel zum Konkurrenten wird. Wolf versprach hingegen: “Magna bleibt Magna und Opel bleibt Opel.“

dpa

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