OECD: Die Rezession ist überstanden

Berlin/Paris - Die Rezession scheint überstanden zu sein: Die OECD erwartet in Deutschland und anderen Industrieländern noch in diesem Jahr ein stärkeres Wachstum als bisher gedacht.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) setzte am Mittwoch ihre Prognose für Deutschland hoch auf 1,9 Prozent für 2010. Für 2011 erwartet sie sogar 2,1 Prozent. Eine nennenswerte Auswirkung der Griechenland-Krise erwartet die OECD nicht.

In den 31 OECD-Ländern insgesamt werde das Wachstum 2010 real 2,7 Prozent betragen, prognostizierte die Organisation. Bislang war die OECD nur von 1,9 Prozent ausgegangen. Für 2011 wird sogar ein Anstieg um 2,8 Prozent erwartet. Für Deutschland erwartet OECD-Volkswirt Eckhard Wurzel ein sehr starkes zweites Quartal. Es werde 1,0 Prozent gegen das Vorquartal betragen. Hauptgrund sei das Aufholen der Baubranche nach dem extrem kalten Winter. Im ersten und zweiten Quartal betrug das Wachstum nur je 0,2 Prozent gegen die Vorquartale.

In den USA rechnet die OECD 2010 und 2011 mit 3,2 Prozent Wachstum, in Japan mit 3,0 und 2,0 Prozent. In Frankreich soll das Wachstum 1,7 und 2,1 Prozent betragen. In Deutschland handele es sich um einen “klassischen exportgetriebenen Aufschwung“, sagte Wurzel weiter. Damit werde auch der deutsche Export- und Leistungsbilanz-Überschuss wieder wachsen.

“Der schwache Euro-Kurs hilft dabei“, sagte Wurzel. 2010 seien noch hohe öffentliche Investitionen zu erwarten, die mit dem Auslaufen der Konjunkturpakte 2011 durch private Investitionen abgelöst würden. Die OECD empfahl, 2011 in mäßiger Form mit der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte zu beginnen. Die Schuldenbremse sei eine gute Sache, erklärte Wurzel. Er rechnet mit einer Netto-Neuverschuldung von 4,5 Prozent im Jahre 2011, nach 5,4 Prozent im Jahre 2010.

dapd

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