Vorsichtiger Optimismus

Metall-Tarifkonflikt: Intensives Verhandeln um den Abschluss

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Unterhändler: Stefan Wolf (l.), Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, und Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg. Foto: Sebastian Gollnow

Der Teufel liegt im Detail, und darum wird in Stuttgart seit Freitagabend hart gerungen. Diesmal soll es klappen mit dem Tarifabschluss, damit der Konflikt nicht weiter eskaliert.

Stuttgart (dpa) - Bei den Verhandlungen im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie macht sich vorsichtiger Optimismus breit. Es sei ein gutes Zeichen, dass nach fast zwölf Stunden immer noch verhandelt werde, bestätigten Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern am frühen Vorgen.

Auch die Tatsache, dass alle wichtigen Funktionäre und Spitzenvertreter der beiden Verbände IG Metall und Gesamtmetall vor Ort sind, gilt als Indiz, dass es diesmal mit einem Abschluss klappen könnte.

Bei den Verhandlungen hinter verschlossenen Türen scheint es vor allem um den umstrittenen "Zuschuss" zu gehen: Die IG Metall hatte gefordert, dass die Beschäftigten ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Einige Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollen dabei zusätzlich einen Zuschuss für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber strikt ablehnen. Mittlerweile soll zu dem Zuschussmodell ein Alternativvorschlag auf dem Tisch liegen, der intensiv diskutiert wird.

Die Verhandlungsführer und ihre jeweils fünf Mitstreiter befinden sich dabei nicht im Dauergespräch miteinander. Vielmehr ziehen sie sich immer wieder zurück, um sich mit ihren Verhandlungskommissionen und Chefs der Dachverbände zu beraten und abzustimmen. Der IG-Metall-Vorstand hat den Verhandlungsteams eine Frist bis Samstagmittag gesetzt, um zu einem belastbaren Ergebnis zu kommen.

Wird keine Einigung erzielt, will die Gewerkschaft umgehend über eintägige Warnstreiks entscheiden, die bereits in der kommenden Woche beginnen würden. Es ist die fünfte Verhandlungsrunde im aktuellen Tarifstreit; noch am Mittwoch hatten die beiden Parteien ihre Verhandlungen abgebrochen, weil sie keine Einigung erzielen konnten.

Südwestmetall zum Tarifkonflikt

IG Metall zum Tarifkonflikt

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