Medien: UPS kauft Paketdienst TNT Express

New York - Die Deutsche Post muss sich möglicherweise auf härteren Wettbewerb einstellen. Der US-Riese UPS ist laut Medienberichten bei seinem Werben um Europas Nummer zwei TNT Express am Ziel.

In der Paketdienst-Branche steht laut Medienberichten eine Megaübernahme bevor. Der US-Konzern UPS kaufe den niederländischen Rivalen TNT Express, berichteten am Sonntagabend die „Financial Times“ und das „Wall Street Journal“. Der Preis für den zweitgrößten Paketzusteller Europas liegt den Informationen zufolge bei fünf Milliarden Dollar. Der Deal könne am Montag bekanntgegeben werden. Europas Platzhirsch, Deutsche Post DHL, muss sich möglicherweise auf härtere Konkurrenz einstellen.

UPS wolle demnach 9,50 Euro pro Aktie von TNT Express zahlen. Die Amerikaner umwerben die europäische Firma schon seit langem. Ein erstes Angebot lag im vergangenem Jahr bei 8,25 Euro pro Aktie, auch bei 9,00 Euro blieb TNT Express im Februar noch standhaft. In den vergangenen zehn Jahren habe es immer wieder Gespräche zwischen UPS und TNT gegeben, schrieb das „Wall Street Journal“. Das Zusammengehen solle rund 500 Millionen Euro im Jahr einsparen. Auch der UPS-Konkurrent FedEx soll schon lange an TNT interessiert gewesen sein, hielt sich zuletzt aber zurück.

TNT Express kämpfte mit Problemen und Verlusten

Nach Informationen der „Financial Times“ war TNT Express unter anderem von dem amerikanischen Hedge-Fonds Jana Partners zu dem UPS-Deal gedrängt worden. Jana Partners soll auch eine treibende Kraft bei der Entstehung von TNT Express im vergangenen Jahr gewesen sein: Der Postkonzern TNT war in die Paketsparte und den Briefzusteller PostNL aufgespalten worden. PostNL ist nun mit knapp 30 Prozent größter Anteilseigner von TNT Express.

Zuletzt kämpfte TNT Express mit Problemen und Verlusten. Der Aktienkurs sank seit der Abspaltung im vergangenen Jahr deutlich. Aus diesem Grund hatte es unter den Investoren zuletzt immer wieder Rufe nach einem größeren Partner gegeben.

UPS könnte Europa-Geschäft schlagartig ausbauen

Im vergangenen Jahr steigerte TNT Express den Umsatz um rund drei Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, rutschte allerdings tief in rote Zahlen mit einem Verlust von 270 Millionen Euro. UPS lieferte dagegen Rekordzahlen ab. Der Umsatz stieg 2011 um rund sieben Prozent auf 53 Milliarden Dollar, der Gewinn legte um 14 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar zu.

UPS erwirtschaftet den Großteil seiner Gewinne in den USA - gegen Konkurrenten wie FedEx. Eine Übernahme von TNT Express wäre eine gute Möglichkeit, um das Europa-Geschäft auf einen Schlag deutlich auszubauen. UPS mit den markanten braunen Auslieferungswagen ist allerdings auch schon seit 1976 in Deutschland vertreten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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