Nach Pleite von Air Berlin

Lufthansa-Chef Spohr nennt Monopolvorwürfe absurd

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG, Carsten Spohr, während der Jahreshauptversammlung im Mai in Hamburg. Foto: Daniel Bockwoldt

Frankfurt/Berlin (dpa) - Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat Monopolvorwürfe nach der Air-Berlin-Pleite scharf zurückgewiesen: "Uns alle möglichen Gemeinheiten zu unterstellen ist absurd."

"Das Wohl der Lufthansa hängt übrigens nicht an innerdeutschen Strecken, denn die machen weniger als fünf Prozent unseres Konzernumsatzes aus", sagte Spohr der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Von einem Monopol könne keine Rede sein, denn innerdeutsch gebe es auch die Wettbewerber Bahn und den Fernbus. Zudem starte von Januar an der britische Billigflieger Easyjet auf vier innerdeutschen Strecken. "Für uns wird das ein härterer Wettbewerber, als Air Berlin es je war."

Spohr wies erneut Vorwürfe zurück, die Lufthansa habe die Ticketpreise nach der Air-Berlin-Insolvenz in die Höhe getrieben. "Von 140 ehemaligen Air-Berlin-Flugzeugen stehen 90 am Boden. Wir haben nicht genug Flugzeuge, um die Folgen dieser Sondersituation abzufedern." Spohr zufolge dürften die Ticketpreise schon im Januar wieder sinken, wenn die Zahl der Flüge erhöht werde - allerdings nicht mehr so kräftig, wie in der Vergangenheit. "Die historischen Tiefstpreise sehen wir hoffentlich nicht mehr, die Flugtickets in Europa sind über Jahre so weit gesunken, dass keine Airline vernünftig davon leben konnte", sagte Spohr. "Wenn die Taxifahrt zum Flughafen mehr kostet als der Flug selbst, ist Fliegen zu billig."

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