Jobcenter hat ein Wörtchen mitzureden

Hartz IV-Empfänger gewinnt im Lotto - doch es folgt eine bitterböse Überraschung

René aus Berlin-Karow lebt von Hartz IV und scheint trotzdem ein echter Glückspilz zu sein: Er gewinnt nämlich im Lotto. Doch über den Gewinn darf er sich nicht lange freuen.

Berlin - René, der in Berlin-Karow wohnt, lebt von Hartz IV und muss jedes Cent-Stück doppelt umdrehen. Aus dem Mangel heraus, macht er beim Lotto mit - und gewinnt tatsächlich. Sein Gewinn von 210 Euro ist zwar nicht gerade eine riesige Summe, aber für René zusätzliches Geld, welches er dringend benötigt.

Doch sein Glück währt nicht lange. Von Bekannten hört er, dass er als Hartz IV-Empfänger den Gewinn vielleicht nicht mal behalten darf, wie der „Berliner Kurier“ berichtet. Deshalb wendet sich René an Ron Perduss, der als Verbraucher-Experte des Berliner Rundfunks fungiert.

So sieht die Rechtslage bei Hartz IV-Empfängern aus

Ron Perduss hat keine erfreulichen Nachrichten für René: Zuerst einmal sei es Hartz IV-Empfängern grundsätzlich möglich bei Glücksspielen teilzunehmen. Doch die Gewinne müssen dann beim Jobcenter angegeben werden. Und hier kommt auch der Clou: Das Jobcenter beurteilt Gewinne als „einmalige Einnahmen“ - und diese würden signalisieren, dass Hartz-IV-Empfänger damit weniger „bedürftig“ wären. Somit kürzt das Amt die Leistungen - was immer auch im Ermessensspielraum der Jobcenter-Mitarbeiter liegt. Laut dem Verbraucher-Experte Ron Perduss dürfe ein Hartz-IV-Empfänger lediglich 50 Euro gewinnen - und das im Jahr. Demnach würde dem glücklichen Lotto-Gewinner nicht viel übrig bleiben: Von den 210 Euro würde das Amt wohl mindestens 160 Euro einbehalten, so der „Berliner Kurier“ weiter.

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nm

Rubriklistenbild: © dpa

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