Leitzins im Euro-Raum bleibt auf Rekordtief von 1,0 Prozent

Frankfurt/Main - Nach dem Ende des Konjunktureinbruchs in Europa hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins nicht weiter gesenkt.

Der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft bleibt auf dem historischen Tief von 1,0 Prozent, teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. Seit Mai verharrt der Leitzins wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf diesem Rekordtief. Niedrige Zinsen verbilligen Kredite für Verbraucher und Unternehmen und sollen der Wirtschaft einen Impuls geben. Ökonomen gehen davon aus, dass die Notenbank bis mindestens Mitte 2010 den Leitzins so niedrig halten wird. Grund dafür sind die anhaltend niedrigen Inflationsraten und Zweifel im EZB-Rat an der Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Erholung.

Mit Spannung werden am Nachmittag auf einer Pressekonferenz die neuen Prognosen der Zentralbank zu Wachstum und Inflation erwartet. Die EZB wird ihre Wachstumsprognosen für 2009 und 2010 voraussichtlich anheben. Bislang rechnet die EZB für das laufende Jahr mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Euro-Zone zwischen 5,1 und 4,1 Prozent (Mittelwert: minus 4,6 Prozent). Die Inflationsprognosen der EZB dürften nach Einschätzung der Citigroup unverändert bleiben.

Zudem wird sich EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wohl auch zum zweiten Jahrestender Ende September äußern, bei dem die Notenbank den Geschäftsbanken weitere Milliardensummen bereitstellt, um die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen. dpa

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