Krise: Lufthansa dreht an Kostenschraube

Frankfurt/Main - Die Deutsche Lufthansa dreht wegen drohender roter Zahlen an der Kostenschraube. Ob es betriebsbedingte Kündigungen geben wird, blieb vorerst offen.

Ziel sei es, einen operativen Verlust im laufenden Geschäftsjahr zu vermeiden und die Ertragskraft in den kommenden Jahren zu stärken, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft nach Börsenschluss in Frankfurt mit. Angesichts einer anhaltend schwachen Nachfrage im Passagier- und Frachtgeschäft, Änderungen im Reiseverhalten der Fluggäste und steigender Treibstoffpreise erfordere ein positives operatives Ergebnis “zusätzliche Kostenentlastungen“.

Ob der DAX-Konzern dazu auch betriebsbedingte Kündigungen plant, blieb zunächst offen. “Die Maßnahmen werden in den kommenden Wochen erarbeitet“, sagte eine Konzernsprecherin.

Die mengen- und preisbedingten Einnahmeausfälle hätten sich im zweiten Quartal fortgesetzt. Zugleich sei der Treibstoffpreis seit Ende März um die Hälfte gestiegen. “Eine Fortsetzung dieser Entwicklungen hätte aus heutiger Sicht eine Gefährdung des angestrebten operativen Gewinns zur Folge“, hieß es in der Mitteilung. Daher sollten nun alle Geschäftsfelder weitere Maßnahmen zur Ergebnissicherung ergreifen. 

Noch Anfang vergangener Woche hatte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber bei der Tagung des internationalen Luftfahrtverbands IATA das Ziel bekräftigt, 2009 einen deutlichen operativen Gewinn zu erzielen. In Interviews hatte er jedoch angekündigt, im Falle einer dauerhaft schwachen Entwicklung weitere Kostensenkungen ins Auge fassen zu müssen. “Wir werden auf der Investitionsseite strecken, Projekte hinausschieben, Personal- und Sachkosten herunterfahren“, hatte er der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt. Wenn aber auf Dauer ein Drittel in der Fracht und im Passagiergeschäft ein Fünftel fehlten, müsse das Unternehmen “natürlich noch mal ganz anders ansetzen“.

dpa  

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