Steuerpläne: So viel haben Sie 2010 mehr in der Tasche

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Mehr Kindergeld und höherer Kinderfreibetrag verschaffen Familien demnächst finanziell mehr Luft.

Berlin - Die meisten Steuerzahler in Deutschland haben kommendes Jahr unterm Strich mehr Geld in der Haushaltskasse. Wieviel Sie mehr bekommen, zeigen drei Beispiel-Tabellen. 

Soviel bekommen Sie mehr:

Drei Rechenbeispiele zeigen, wie Steuerzahler entlastet werden.

Bsp. 1: Alleinstehende

Bsp. 2: Verheiratete mit Kindern

Bsp. 3: Doppelverdiener

Wie der Steuerzahlerbund auf Basis des Koalitionsvertrags berechnete, zahlt eine Familie mit zwei Kindern und 50 000 Euro brutto im Jahr 691 Euro Steuern weniger. Ein Single mit 30 000 Euro brutto spart 443 Euro und ein Rentner mit demselben Jahreseinkommen 387 Euro. Auch die Anhebung des Kinderfreibetrages und des Kindergeldes macht einige hundert Euro jährlich aus.

Die Steuererleichterungen im kommenden Jahr sollen rund 21 Milliarden Euro betragen. Davon wurden 14 Milliarden noch von der alten Großen Koalition beschlossen. Der Rest ergibt sich aus der Anhebung des Kinderfreibetrags von 6024 auf 7008 Euro und des Kindergeldes von 164 auf 184 Euro, die Schwarz-Gelb angekündigt hat. Durch Kindergeld und Kinderfreibetrag hätte ein Alleinerziehender mit einem Jahreseinkommen von 20 000 Euro brutto eine Entlastung von 240 Euro. Bei 60 000 Euro läge die Ersparnis bei 399 Euro, bei 500 000 Euro Jahreseinkommen 467 Euro.

Ein Ehepaar, bei dem beide Partner Geld verdienen, hätte ähnliche Entlastungen zwischen 240 bis 437 Euro. Ein Ehepaar, das von dem alleinigen Verdienst eines Partners lebt, bekommt zwischen 480 und 874 Euro mehr. Wie der Steuerzahlerbund insgesamt errechnete, hat ein Single mit monatlich 1600 Euro brutto im nächsten Jahr eine Entlastung von 15 Euro, bei einem Einkommmen von 5000 Euro monatlich 103 Euro. Bei einem Ehepaar mit zwei Kindern und einem Alleinverdiener beläuft sich die Entlastung zwischen 26 und 77 Euro monatlich, bei einem verheirateten Doppelverdienerpaar zwischen 47 und 154 Euro.

Der Steuerzahlerbund begrüßte diese Entwicklung, mahnte aber weitere Reformen an: „Nun wird es künftig darauf ankommen, die mittleren Einkommen zu entlasten“, sagte Bundesgeschäftsführer Reiner Holznagel der „Bild“. Der Deutsche Familienverband zeigte sich hingegen von der Anhebung des Kindergeldes und des Kinderfreibetrages enttäuscht und kritisierte sie als „halbherzig“. Aus fachlicher Sicht sei es unbestritten, dass die Freibeträge auf mindestens 8000 Euro angehoben werden müssten.

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