JPMorgan wusste von Madoffs Milliarden-Betrug

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Tausende Menschen hat Milliardenbetrüger Madoff um ihr Geld gebracht.

New York - Die US-Bank JPMorgan Chase hat offenbar bereits viel früher von den zweifelhaften Geschäftsgebaren des Milliardenbetrügers Bernard Madoff gewusst als bisher bekannt.

Das gehe aus E-Mails und internen Geschäftsunterlagen des Unternehmens hervor, sagten Anwälte der Betrugsopfer am Donnerstag. Eine gerichtlich beauftragte Treuhandgesellschaft hatte Ende vergangenen Jahres eine Klage im Streitwert von 6,4 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) gegen Madoffs ehemalige Hausbank JPMorgan eingereicht.

In einer der E-Mails aus dem Jahr 2007 schreibt ein Mitarbeiter von JPMorgan über Hinweise, dass “die Erträge (Madoffs) Teil eines Schneeballsystems“ sein könnten. Die Dokumente legten die Vermutung nahe, dass “führende Mitarbeiter der Bank von den Spekulationen über ein mögliches Schneeballsystem von Madoff“ wussten, sagte Anwältin Deborah Renner. “Die Bank schien jedoch mehr darum besorgt zu sein, ihre eigenen Investitionen in Madoffs Firma zu schützen.“ JPMorgan erklärte am Donnerstag, die Klage sei “wertlos und basiert auf einer Verzerrung der relevanten Fakten und des Gesetzes“.

Die Bank teilte mit, sie habe keinen Verdacht gegen Madoff gehabt und sei stets den Richtlinien für Finanzgeschäfte gefolgt. Madoff war 2009 zu einer Freiheitsstrafe von 150 Jahren verurteilt worden. Der heute 72-Jährige hatte gestanden, über zwei Jahrzehnte ein Schneeballsystem betrieben zu haben. Bei dem größten Betrugsfall der US-Geschichte verloren Anleger nach Schätzungen rund 20 Milliarden Dollar (14,5 Milliarden Euro).

dapd

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