Jahresendspurt

Inlandsnachfrage treibt Geschäfte der Maschinenbauer an

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Mit 1,35 Millionen Erwerbstätigen ist der Maschinen- und Anlagenbau nach eigenen Angaben Deutschland größter Industriearbeitgeber. Foto: Hendrik Schmidt

Lange hielten sich Industriekunden in Deutschland mit der Anschaffung von Maschinen zurück. Jetzt kommt das Geschäft der Maschinenbauer auch im Inland in Schwung.

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Maschinenbauer haben einen kräftigen Jahresendspurt hingelegt. Vor allem die gestiegene Nachfrage aus dem Inland kurbelte die Geschäfte im November an.

Insgesamt kletterten die Bestellungen gegenüber dem Vorjahresmonat preisbereinigt (real) um 14 Prozent, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. Dabei legte das zuletzt immer wieder schwächelnde Inlandsgeschäft um 20 Prozent zu. Aus dem Ausland gingen 12 Prozent mehr Aufträge ein. "Der November war ein guter Monat für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Es sei das zweite zweistellige Plus im Jahr 2017 gewesen.

Besonders positiv stimmt die deutsche Schlüsselindustrie die starke Nachfrage aus dem Inland. "Letztlich ist das Plus im Inland überfällig", sagte Wiechers in Frankfurt. Die Industriekunden in Deutschland hätten sich viele Jahre mit Investitionen zurückgehalten. Angesichts der sehr guten Kapazitätsauslastung und der Herausforderungen durch die Digitalisierung investierten die Unternehmen nun mehr.

Deutschlands Maschinenbauer waren 2017 wieder zu alter Stärke zurückgekehrt. Bis Ende November stieg die Produktion um preisbereinigt 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vorbehaltlich der Ergebnisse für Dezember sei die Branche auf gutem Weg, die selbst gesetzte Jahresmarke von 3 Prozent zu erreichen, erläuterte der Ökonom. In diesem Jahr wird mit einem Wachstum in gleichem Tempo gerechnet. Die mittelständisch geprägte Branche profitiert vor allem von der Erholung der Weltwirtschaft, die die Nachfrage nach Maschinen "Made in Germany" im Ausland anheizt.

Für 2017 erwartet VDMA einen Branchen-Umsatz von etwa 224 Milliarden Euro. In diesem Jahr sollen es mehr als 230 Milliarden Euro werden. Mit Sorge beobachtet der VDMA allerdings den aktuellen Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie. Für Unsicherheit sorgt auch die Regierungsbildung in Berlin. "Was wird dort beschlossen, zum Beispiel auf der Steuerseite", sagte Wiechers.

In der Vergangenheit hatten die schwächelnde Weltwirtschaft und politische Unsicherheiten die Geschäfte der Maschinenbauer belastet. Die Produktion stagnierte fünf Jahre lang mehr oder weniger. Mit 1,35 Millionen Erwerbstätigen ist der Maschinen- und Anlagenbau nach eigenen Angaben Deutschland größter Industriearbeitgeber.

Interview Wiechers

Mitteilung VDMA

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