Energie treibt Rate

Inflation in Deutschland zieht etwas an

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Die Inflation in Deutschland hat im November etwas angezogen. Deutlich teurer als vor einem Jahr war mit einem Zuwachs von 3,7 Prozent Energie. Foto: Paul Zinken

Für Sprit und Haushaltsenergie haben Verbraucher im November tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Inflation steigt insgesamt. Dennoch ist ein Ende der ultralockeren Geldpolitik im Euroraum vorerst nicht in Sicht.

Wiesbaden (dpa) - Getrieben von höheren Energie- und Nahrungsmittelpreisen hat die Inflation in Deutschland im November etwas angezogen. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterten die Verbraucherpreise um 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im Oktober hatte die Rate bei 1,6 Prozent gelegen. Im Monatsvergleich stieg das Preisniveau im November um 0,3 Prozent. Die Statistiker bestätigten damit vorläufige Zahlen.

Vor allem für Energie (plus 3,7 Prozent) mussten die Bundesbürger tiefer in die Tasche greifen als ein Jahr zuvor. Am stärksten verteuerten sich dabei leichtes Heizöl, Benzin und Diesel, auch Strom kostete deutlich mehr. Gas wurde hingegen etwas billiger.

Auch Nahrungsmittel trieben die Inflation im November an (plus 3,2 Prozent). Teurer als ein Jahr zuvor waren vor allem Speisefette und Speiseöle sowie Molkereiprodukte. Insgesamt fiel der Anstieg der Nahrungsmittelpreise aber schwächer aus als im Oktober.

Kaltmieten, für die die privaten Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben aufwenden, verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie und Nahrungsmittel hätte die Inflationsrate im November bei 1,5 Prozent gelegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum eine Teuerung von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Im gemeinsamen Währungsraum legten die Verbraucherpreise im November leicht auf 1,5 Prozent zu, wie das europäische Statistikamt Eurostat jüngst mitteilte. Die Kerninflation - die Teuerung ohne Energie und Nahrungsmittel - lag jedoch unverändert bei 0,9 Prozent. Die schwache Entwicklung wird von der EZB als entscheidender Grund für ihre nach wie vor lockere Geldpolitik angeführt.

Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das würde die Konjunktur abwürgen. Mit viel billigem Geld versuchen die Währungshüter daher, die Konjunktur anzuschieben und die Inflation in Richtung ihrer Zielmarke zu treiben. Die Wirtschaft im Euroraum wächst mittlerweile robust. Die Preisentwicklung bedarf aus Sicht der EZB aber weiterhin Unterstützung.

Verbraucherpreise November (endgültig)

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