Plus 3,6 Prozent für Lebensmittel

Inflation: Essen und Wärme werden teurer

Auch im September sind die Preise in Deutschland gestiegen. Das gilt vor allem für Grundgüter wie Lebensmittel und Energie.

Wiesbaden - Steigende Preise für Nahrungsmittel und Energie haben die Inflation in Deutschland auch im September angetrieben. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Damit bestätigte die Wiesbadener Behörde vorläufige Zahlen. Die gleiche Rate war bereits für den August festgestellt worden. Die monatliche Steigerung vom August zum September betrug 0,1 Prozent.

Tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr mussten Verbraucher vor allem für Nahrungsmittel, die sich um 3,6 Prozent verteuerten. Besonders kräftig war der Anstieg bei Speisefetten und Speiseölen (plus 34,2 Prozent), insbesondere Butter kostete deutlich mehr (plus 70,4 Prozent). Auch die Preise für Molkereiprodukte kletterten deutlich um 15,0 Prozent.

Heizöl wird deutlich teurer

Energie verteuerte sich insgesamt um 2,7 Prozent. Leichtes Heizöl kostete vor Beginn der Heizsaison 12,9 Prozent mehr. An den Tankstellen mussten Autofahrer 4,5 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie und Nahrungsmittel hätte die Teuerung im September bei 1,5 Prozent gelegen.

Die nach europäischen Standards errechnete Jahresinflationsrate (HVPI) lag ebenfalls bei plus 1,8 Prozent. Die Rate ist maßgeblich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Im gesamten Euroraum lag die Inflation im September nach ersten Zahlen des Statistikamtes Eurostat bei 1,5 Prozent.

Die EZB strebt mittelfristig für die 19 Staaten des gemeinsamen Währungsraumes ein stabiles Preisniveau bei einer Teuerung knapp unter 2,0 Prozent an.

Weil die Notenbank seit Jahren das selbst gesetzte Ziel verfehlt, versucht sie mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das würde die Konjunktur abwürgen.

dpa

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