Niedrigste Inflation seit 2010

Energie und Essen machen unser Leben teuer

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Ein Kunde steht vor einem Supermarktregal.

Wiesbaden - Der Besuch beim Arzt ist seit Jahresanfang billiger, das dämpft den Anstieg der Verbraucherpreise. Tiefer in die Tasche greifen müssen die Verbraucher aber für Strom und Nahrungsmittel.

Die Inflation in Deutschland ist trotz hoher Stromkosten weiter auf dem Rückmarsch. Die jährliche Rate sank von 1,7 Prozent im Januar auf 1,5 Prozent im Februar, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte und damit vorläufige Zahlen bestätigte. Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2010. Vor allem die Abschaffung der Praxisgebühr von 10 Euro Anfang des Jahres dämpfte den Anstieg der Lebenshaltungskosten.

Kräftige Preiserhöhungen gab es dagegen bei Energie und Nahrungsmitteln, Strom wurde um 12,4 Prozent teurer. Die Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage war zum Jahresbeginn um fast 50 Prozent erhöht worden. Tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr mussten die Verbraucher für Obst (plus 7,2 Prozent). Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich um 5,4 Prozent. Billiger wurde dagegen Bohnenkaffee  (minus 4,6 Prozent). Ohne Energie und Nahrungsmittel wären die Lebenshaltungskosten den Angaben zufolge binnen Jahresfrist nur um 1,1 Prozent gestiegen.

Auch Kleidung und Schnittblumen sind teurer geworden

Im Monatsvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise im Februar um 0,6 Prozent. Vor allem ein kräftiger Aufschlag bei Pauschalreisen (plus 11 Prozent) trieb die Lebenshaltungskosten im Faschingsmonat in die Höhe. Teurer wurde nach dem Ende des Schlussverkaufs auch Kleidung (plus 3,4 Prozent). Deutlich mehr mussten die Verbraucher für Schnittblumen (plus 6,2 Prozent) zahlen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) peilt eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent als stabiles Preisniveau an. Für den Euroraum gehen die Währungshüter davon aus, dass die Teuerung 2013 trotz der nach wie vor weit geöffneten Geldschleusen der EZB unter die Zielmarke von 2,0 Prozent sinken wird.

dpa

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