Hamburger Hafen wächst in schwieriger Zeit

Hamburg - Die Hamburger Hafenbetriebe stehen unter starkem Konkurrenzdruck und müssen um ihre Kunden kämpfen. Bis jetzt gelingt das ganz gut - trotz der Verzögerungen bei der Elbvertiefung.

Die Unternehmen im Hamburger Hafen rechnen trotz schwieriger Rahmenbedingungen in diesem Jahr mit einem soliden Wachstum. Der wichtige Containerumschlag werde um zwei bis drei Prozent auf rund neun Millionen Standardcontainer (TEU) zunehmen, sagte Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH), am Dienstag in der Hansestadt. Insgesamt werde der Hafen rund 136 Millionen Tonnen Güter umschlagen, drei bis vier Prozent mehr als im Vorjahr. Damit entwickele sich der größte deutsche Hafen besser als die Konkurrenzhäfen.

„Das zeigt die Leistungsfähigkeit der Betriebe“, sagte Bonz. Die Wachstumsprognosen für die wichtigsten Handelspartner des Hamburger Hafens wie China und Russland deuteten darauf hin, dass auch im nächsten Jahr gute Voraussetzungen für einen wachsenden Hafen gegeben seien. Sorgen bereite den Hafenunternehmen aber vor allem die sanierungsbedürftige Verkehrsinfrastruktur in Norddeutschland, die zu enormen Beeinträchtigungen führe. Bonz verwies auf die Sperrungen des Nord-Ostsee-Kanals und verschiedener Brücken und Autobahnen in den vergangenen Monaten. Zusätzliche Investitionen in den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur seien dringend erforderlich.

Zusätzlich seien die Perspektiven des Hafens durch den drohenden Vertrauensverlust bei den Reedern durch die verzögerte Elbvertiefung belastet. „Wir brauchen die Fahrrinnenanpassung dringender denn je“, sagte Bonz. Schon heute liefen jeden Tag fünf außergewöhnlich große Schiffe ein oder aus; bis 2016 werde rund ein Fünftel der globalen Containerschiffsflotte auf Schiffe mit mehr als 10 000 TEU Tragfähigkeit entfallen. Die Hafenwirtschaft hoffe, dass zum Beginn des nächsten Jahres das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig grünes Licht für die Elbvertiefung gibt. Die Leipziger Richter müssen über die Klagen von Umweltverbänden gegen die Baumaßnahme entscheiden.

dpa

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