Gelddrucker Giesecke & Devrient verteidigt Schließungen in München

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Die Eingangshalle zum Gelddruck- und Chipkartenkonzern Giesecke & Devrient, in München. Foto: Frank Leonhardt

München (dpa) - Der Gelddrucker und Chipkarten-Hersteller Giesecke & Devrient hat die geplante Schließung der Euro-Banknoten-Produktion in München gegen massive Kritik verteidigt.

Der Standort lasse sich nicht mehr wirtschaftlich führen, sagte Geschäftsführer Walter Schlebusch der Deutschen Presse-Agentur: "Der Preisdruck bei der Banknoten-Herstellung hat enorm zugenommen." Anders als früher bei den D-Mark-Noten konkurriere Giesecke & Devrient heute beim Euro-Druck mit staatlich subventionierten Druckereien im Ausland.

Kurz vor Weihnachten hatte das Unternehmen bekanntgegeben, dass der Euro-Druckstandort München noch in diesem Jahr geschlossen und die Verwaltung in der bayerischen Landeshauptstadt verschlankt werden soll. Bis Ende 2016 will Giesecke & Devrient mindestens 100 Millionen Euro einsparen und die Produktionskapazitäten um ein Fünftel kappen.

Der Euro soll künftig im Leipziger Werk gedruckt werden. Neue Arbeitsplätze entstehen dort aber nicht. In München fallen durch die Schließung des Banknotendrucks und Umstrukturierungen in anderen Bereichen über 600 Jobs weg. Weitere 150 sollen verlagert werden. "Ich glaube nicht, dass wir betriebsbedingte Kündigungen vermeiden können", sagte Schlebusch. Es werde mit dem Betriebsrat verhandelt.

Den bisherigen Standort an der Münchner Prinzregentenstraße will Giesecke & Devrient in der jetzigen Form nicht weiter betreiben: "Wir werden entweder radikal umbauen, neu bauen oder etwas mieten." Schlebusch wehrte sich gegen den Verdacht der Immobilienspekulation, den die Gewerkschaft Verdi geäußert hatte. Sollte man den Standort verkaufen, läge der Wert wohl im dreistelligen Millionenbereich. Dies sei aber nicht der Grund für einen eventuellen Auszug: "Wir brauchen einfach künftig nur noch die Hälfte der Fläche."

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