Ex-Polaroid-Besitzer muss 50 Jahre in Haft

St. Paul - Der ehemalige Besitzer des Fotokonzerns Polaroid muss wegen Betruges für 50 Jahre ins Gefängnis. Er hat mit einem Schneeballsystem mehrere Milliarden Euro Schaden angerichtet.

Ein Gericht in St. Paul (US-Bundesstaat Minnesota) befand Tom Petters am Donnerstag für schuldig, durch ein Schneeballsystem einen Schaden von mehr als 3,5 Milliarden Dollar angerichtet zu haben. Der Betrug, der Ende 2008 aufgeflogen war, hatte Polaroid in die Insolvenz gestürzt. “Das war ein gewaltiger Schwindel“, sagte Richter Richard Kyle. Petters hatte über seine gleichnamige Firma Geld von Investoren eingesammelt, angeblich um damit lukrative Geschäfte zu tätigen. Tatsächlich zwackte er einen Teil des Geldes ab, um damit seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren. Die Lücken stopfte er durch die Einlagen von neuen Investoren. “Es ist nichts Falsches daran, drei Häuser und Flugzeuge und all das zu haben, solange es das eigene Geld ist“, zitierte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg den Richter.

Er zählte mehr als 500 Geschädigte, neben großen Hedgefonds auch Privatanleger. Petters kann bei guter Führung frühestens nach 41 Jahren entlassen werden; die Staatsanwaltschaft hatte 335 Jahre Haft gefordert. Zu Petters Firmenimperium gehörte auch Polaroid. Der traditionsreiche Hersteller von Sofortbildkameras hat das Geschäft, das ihn einst groß machte, inzwischen aufgegeben. Unter dem Namen werden nun vor allem Digitalkameras verkauft. Petters hatte Polaroid 2005 übernommen, nachdem das Unternehmen 2001 schon einmal Insolvenz hatte anmelden müssen. Die digitale Fotografie hatte der Firma zugesetzt. Der Fall Petters erinnert an den Rekordbetrug von Bernard Madoff, der die Wall Street im vergangenen Jahr schockte. Er hatte tausende Anleger mit einem Schneeballsystem um ihr Geld erleichtert. Auf dem Papier waren es am Ende 60 Milliarden Dollar. Madoff erhielt eine Haftstrafe von 150 Jahren.

dpa 

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