Wegen Corona

Bekannte Modekette kämpft nach Umsatz-Absturz ums Überleben: „Zweifel an Fortführung des Konzerns“

Schlussverkauf: Wegen des Lockdowns bleiben zahlreiche Bekleidungshändler auf ihrer Ware sitzen. Viele Unternehmen kämpfen längst um ihre Existenz.
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Schlussverkauf: Wegen des Lockdowns kämpfen viele Bekleidungshändler um ihre Existenz.

Die Corona-Pandemie setzt auch den Bekleidungshändlern schwer zu. Angesichts massiver Umsatz-Ausfälle wird für einige die Luft jetzt immer dünner.

Hongkong - Die Zukunft der angeschlagenen Modekette Esprit Holdings hängt am seidenen Faden. Es gebe „erhebliche Zweifel an der Fähigkeit zur Fortführung des Konzerns“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung zu den vorläufigen Zahlen zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 (31. Dezember 2020).

Zur Begründung verweist das an der Börse Hongkong gelistete Unternehmen auf die dritte Welle der Corona*-Pandemie in Europa. Sie könne „die Finanzkraft des Unternehmens negativ beeinflussen“, hieß es. Nach einer ersten Übersicht hatte Esprit zwischen Juli und Dezember 2020 einen Verlust von umgerechnet 30,5 Millionen Euro eingefahren nach 435,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2019/20. Der Umsatz war nach der Dekonsolidierung mehrerer Tochtergesellschaften auf 97,1 Millionen Euro geschrumpft nach 1,08 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2019/20.

Esprit: Online-Geschäft kann Umsatz-Minus im stationären Handel nicht ausgleichen

Zwar habe das kräftige Wachstums des deutschen Online-Shops einen Teil des Umsatzrückgangs im stationären Handel ausgleichen können. Dennoch bleibe die Gruppe „vorsichtig“ und werde ihre Strategie entsprechend anpassen. Ob das Esprit-Management dabei womöglich weitere Filialschließungen plant oder zusätzlich Personal einsparen will, blieb am Donnerstag zunächst unklar.

Esprit hatte im vergangenen März für sechs deutsche Tochter-Unternehmen Insolvenz beantragt. Im Sommer legte Esprit ein umfassendes Sparprogramm auf. Danach werden in Deutschland die Hälfte der bundesweit rund 100 Filialen geschlossen. 1100 Arbeitsplätze fallen damit weg. Weitere 100 Stellen sollen in Asien gestrichen werden. Zudem tauschte das Unternehmen drei Vorstände aus und verlegt die Konzernzentrale komplett nach Hongkong.

Esprit ist kein Einzelfall

In den vergangenen Monaten waren zahlreiche Bekleidungshändler in wirtschaftliche Schieflage geraten. Erst Anfang Januar hatte die Modekette Adler wegen Überschuldung Insolvenz angemeldet. Auch andere Ketten wie Hallhuber oder Bonita mussten den Gang zum Konkursrichter antreten. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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