Höchster Stand seit 18 Jahren

Erwartete US-Steuerreform sorgt für Rekorde an der Wall Street

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New York Stock Exchange

Die erzielten Fortschritte bei der geplanten Steuerreform von US-Präsident Donald Trump haben die US-Börsen in neue Höhen katapultiert.

Die in Kürze erwartete Verabschiedung stützte die Risikoneigung der Anleger und damit das Interesse an Aktien. Direkt zu Handelsbeginn sprang der US-Leitindex Dow Jones Industrial erstmals über die Marke von 24 800 Punkten, und auch die drei anderen wichtigen Aktienindizes stiegen auf neue Bestmarken.

Unterstützung kam zudem durch Daten vom Immobilienmarkt. Der NAHB-Hausmarktindex, ein Stimmungsbarometer der nationalen Organisation der Wohnungsbauunternehmen, stieg überraschend auf den höchsten Stand seit 18 Jahren.

Der Dow legt zu

Der Dow, der im frühen Handel bis auf 24 876 Punkte zulegte, beendete den Tag schließlich mit einem Plus von 0,57 Prozent auf 24 792,20 Zähler. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,54 Prozent auf 2690,16 Punkte. Für den Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,73 Prozent auf 6513,27 Punkte nach oben, und der Nasdaq Composite, der im Handelsverlauf erstmals die Hürde von 7000 Punkten nahm, schloss mit einem Aufschlag 0,84 Prozent letztlich etwas mehr als 5 Punkte darunter.

US-Präsident Trump kann nach bisherigem Stand davon ausgehen, dass er die nötigen Stimmen im Senat für seine Steuerreform zusammen hat. Zunächst wird an diesem Dienstag das Abgeordnetenhaus über das bisher wichtigste Gesetzesvorhaben in Trumps Amtszeit abstimmen, danach ist der Senat an der Reihe. Kernelement der Reform ist eine massive Senkung der Ertragssteuer für Unternehmen von bisher 35 auf nun 21 Prozent.

Nach den Worten von Finanzanalyst Dirk Friczewsky vom Online-Broker Lynx käme ein Erfolg „einem QE-Programm 4.0 gleich“. Mit „QE“ (Quantitative Easing) wurden die großen Kaufprogramme der US-Notenbank Fed in der jüngeren Vergangenheit bezeichnet.

Aus der Masse der Einzelwerte stachen die Twitter-Aktien nach einem Analystenkommentar mit einem Plus von 11 Prozent heraus.

Suppen-Hersteller wird Snyders übernhemen

Übernahmen waren ebenfalls Thema: Der Suppen-Hersteller Campbell Soup will - wie in der vergangenen Woche spekuliert wurde - den Snack-Anbieter Snyder's für 4,9 Milliarden Dollar (4,2 Mrd Euro) übernehmen. Während die Aktien von Campbell kaum verändert schlossen, gewannen die Snyder's-Lance-Aktien knapp 7 Prozent.

Die Anteile des Glücksspielanbieters Penn National hingegen gaben um etwas mehr als 2 Prozent nach, während die von Konkurrent Pinnacle Entertainment um 0,8 Prozent stiegen. Hintergrund ist die nun offizielle Meldung, dass Penn für knapp 2 Milliarden Dollar Pinnacle schlucken will. Gerüchte über einen Zusammenschluss der beiden Kasino-Betreiber hatte es bereits seit geraumer Zeit gegeben.

Die Papiere des Beteiligungsunternehmens Berkshire Hathaway von US-Investorenlegende Warren Buffett stiegen zeitweise erstmals auf den Wert von 300 000 US-Dollar - je Stück. Rekordhochs erreichten zudem die im Dow notierten Aktien von Apple und Microsoft.

Am US-Rentenmarkt verloren richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen 10/32 Punkte auf 98 24/32 Punkte und rentierten mit 2,389 Prozent. Der Euro gab seine kräftigen Gewinne aus dem frühen US-Handel wieder ab und kostete zuletzt 1,1782 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1795 (Freitag: 1,1806) Dollar festgesetzt.

dpa

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