DIW: Wachstum wird sich abschwächen

Berlin - Kleiner Dämpfer für die deutsche Konjunktureuphorie: Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) wird sich die starke Entwicklung zu Jahresbeginn im zweiten Quartal nicht fortsetzen.

Das Wachstum werde von 1,5 Prozent im ersten Quartal auf 0,6 Prozent sinken. “Im ersten Vierteljahr ist die Wirtschaft durch Nachholeffekte am Bau angeschoben worden“, begründete DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin am Donnerstag in Berlin den guten Wert von Januar bis März. Dennoch verweist das DIW auf das rasante Tempo, mit dem die deutsche Wirtschaft im ersten Vierteljahr auch ohne den Bausektor gewachsen ist, insbesondere die Inlandsnachfrage. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts ging das Wachstum zu Jahresbeginn zu zwei Dritteln auf die Binnennachfrage zurück.

Zugleich setze die hohe Kapazitätsauslastung dem Wachstum langsam Grenzen, sagte DIW-Experte Kuzin mit Blick auf Unternehmensumfragen. “Außerdem ist noch unklar, ob die vielfach befürchteten Ausfälle in den Lieferketten nach dem Erdbeben in Japan die Produktion vorübergehend beeinträchtigen.“ Auch im zweiten Quartal dürfte das Wachstum durch die Inlandsnachfrage getrieben werden, schätzt das DIW. Steigende Inflationsraten könnten die Kauflaune der Verbraucher jedoch trüben. “Erstmals beobachten wir spürbare Preissteigerungen auch jenseits der Energie- und Lebensmittelpreise“, so Ferdinand Fichtner, Leiter Konjunkturpolitik am DIW. “Die hohen Energiepreise greifen also zunehmend auf die Preise anderer Güter über, dadurch sinkt die Kaufkraft weiter.“

dpa

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