Auf allen Fernstrecken

Bahn nimmt wichtige Änderung bei Fahrkarten vor: Gewerkschaft kritisiert Pläne - Angst vor „Konfliktpotenzial“

Wer erst im Zug sein Ticket lösen will, muss auf der Fernstrecke einen satten Aufschlag zahlen. Aber auch das wird bald nicht mehr möglich sein.

Berlin – Die Kunden der Deutschen Bahn* müssen ihre Reisen demnächst sorgfältiger planen. Ab dem nächsten Jahr können Fahrgäste in den Fernzügen keine Papier-Fahrkarten mehr kaufen.

Deutsche Bahn will Papier-Fahrkarten abschaffen

Diese Option soll ab dem 1. Januar 2022 entfallen, bestätigte das Unternehmen am Dienstag einen entsprechenden Hinweis der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Nach den Plänen sollen Reisende ab April noch bis zehn Minuten nach Abfahrt eine digitale Fahrkarte über die App oder die Bahn-Website buchen, hieß es. In der Übergangszeit werde kein Bordzuschlag fällig.

Laut EVG hatte die Bahn die Änderung offenbar bereits zum 1. Oktober geplant, aber auf Drängen der Gewerkschaft dann auf den 1. Januar 2022 verschoben. Auf ihrer Webseite kritisierte die EVG die Pläne heftig. „Diese unternehmerische Entscheidung halten wir für falsch. Für unsere Kolleg*innen befürchten wir am Ende mehr Konfliktpotenzial auf den Zügen.“

Deutsche Bahn verteidigt Ticket-Pläne

Die Bahn verteidigte die Änderung und verwies auf die Erweiterung beim Online-Ticket: „Es wird auch weiterhin für spontan Reisende im Fernverkehr die Möglichkeit geben, noch im Zug ein Ticket zu kaufen.“ Laut Bahn wurden in den vergangenen Jahren weniger als ein Prozent der Fahrkarten im Zug verkauft. Der Bordzuschlag, der dabei als Aufpreis fällig wird, liegt inzwischen bei 17 Euro. Bei vielen Reisenden hatte das für Verärgerung gesorgt. Im Nahverkehr und in der S-Bahn müssen Fahrkarten vor der Fahrt gelöst werden.  

Die Gewerkschaft forderte eine breite Informationskampagne über die Änderung. Denn die Gewerkschaft befürchtet Konflikte, wenn ahnungslose Fahrgäste nach dem Stichtag noch beim Zugpersonal nachlösen wollen. (dpa/utz) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk via www.imago-images.de

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