Digitalwährung

Chinas und Südkoreas Regulierungsbemühungen belasten Bitcoin

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Kryptowährungen wie der Bitcoin haben in Asien eine große Fangemeinde, weshalb die Kurse auf Nachrichten aus dieser Region besonders sensibel reagieren. Foto: Jens Kalaene/Archiv

Die Regulierungsbehörden in Krypto-Hochburgen China und Südkorea belasten die umstrittene Digitalwährung Bitcoin. Das Justizministerium in Seoul plant sogar ein Handelsverbot. Doch das Präsididialamt bremst.

Seoul/Peking (dpa) - Der Handel mit dem Bitcoin in der Krypto-Hochburg Südkorea könnte bald gesetzlich verboten sein.

Seine Behörde bereite ein Gesetz vor, "das sämtliche Transaktionen auf der Grundlage von Kryptowährungen über Handelsplattformen" verbiete, sagte Justizminister Park Sang Ki vor Journalisten. Es gebe große Bedenken wegen der virtuellen Währungen. Die Äußerungen des südkoreanischen Ministers und die Regulierungsbemühungen in China haben den Bitcoin und andere Digitalwährungen wie Ether, Ripple und Litecoin stark belastet.

Das Präsidialamt in Seoul betonte später, eine Schließung des einheimischen Handels sei eine von verschiedenen Maßnahmen. "Das ist nicht die endgültige Entscheidung." Einen Beschluss werde es nach Beratungen zwischen den Ministerien geben. Die Website des Präsidialamts war am Donnerstag mit Beschwerden gegen ein mögliches Verbot überschwemmt. 

Einem gesetzlichen Verbot des Handels mit Bitcoin und anderen Digitalwährungen müsste zudem die Mehrheit des Parlaments zustimmen. Der Vorgang könnte mehrere Monate in Anspruch nehmen. 

In Asien ist der Handel mit Bitcoin und anderen Digitalwährungen besonders populär. Die rasante Wertsteigerung im vergangenen Jahr hat in Südkorea einen wahren Ansturm auf die Kryptowährungen ausgelöst. Park sagte, der Handel damit käme "der Spekulation und dem Glücksspiel" gleich. Er warnte, dass die Blase platzen könne, und viel Geld dabei verloren werde. Die Regierung hatte bereits im Dezember angekündigt, den Krypto-Handel stärker zu kontrollieren, einschließlich eines Verbots von anonymen Anlagekonten. 

Der Bitcoin kam am Donnerstag stark unter Druck. Auf der Handelsplattform Bitstamp kostete die Digitalwährung zuletzt rund 13 800 Dollar, nachdem er einige Stunden zuvor noch mit knapp 15 000 Dollar gehandelt wurde. 

In kürzester Zeit hatte die Kryptowährung um bis zu 11 Prozent nachgegeben, zuletzt waren es minus 4,5 Prozent. Die derzeit zweitwichtigste Kryptowährung Ether verlor in der Spitze 9 Prozent. Ripple und Litecoin sackten um bis zu 19 beziehungsweise bis zu 10 Prozent ab.

Wegen der großen Beliebtheit der Kryptowährungen in Asien reagieren die Kurse auf Nachrichten aus dieser Region besonders sensibel. So hat Chinas politische Führung laut einem Bericht der US-Zeitung "Wall Street Journal" zuletzt eine Sperre für Bitcoin-Schürfer angeordnet. Diese stellen hohe Rechnerleistungen bereit, um als Entlohnung die begehrte Digitalwährung zu erhalten. Grund für diesen Schritt sei offenbar die Sorge vor einer Beeinträchtigung der Stromversorgung gewesen - das Erzeugen von Bitcoin ist extrem energieintensiv. China gilt als Heimat für große, professionelle Bitcoin-Miner.

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