Bei hartem Brexit

Briten nennen Finanzmetropole Frankfurt eine "Fantasie"

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Bankenskyline von Frankfurt am Main. Internationale Banken haben bislang einen großen Teil ihres Geschäfts in Europa über London abgewickelt. Dieser Weg droht versperrt zu werden, wenn es zu einem "harten" Brexit kommt. Foto: Boris Roessler

Davos (dpa) - Der britische Schatzkanzler warnt vor einer Abwanderung der Finanzindustrie nach Übersee, sollten sich Briten und Kontinentaleuropäer beim Brexit nicht einigen können.

Das globale Finanzzentrum London könne nicht einfach in Frankfurt, Paris, Amsterdam oder einer anderen Stadt neu aufgebaut werden, sagte Philip Hammond auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. "Das ist eine Fantasie, das wird nicht passieren. Der Gewinner wird New York oder Singapur sein."

Großbritannien und die EU verhandeln seit Monaten über die Bedingungen des britischen Ausscheidens aus der Union. Wenn das Finanzzentrum London dabei beschädigt werde, leide nicht nur Großbritannien, sondern auch die EU, warnte Hammond. "Das Risiko für Europa ist: Wenn es nicht London ist, dann wird es New York oder Singapur sein."

Internationale Banken haben bislang einen großen Teil ihres Geschäfts in Europa über London abgewickelt. Dieser Weg droht versperrt zu werden, wenn es zu einem "harten" Brexit kommt. Geldhäuser verlegen deshalb bereits Personal in kontinentaleuropäische Städte. Vor allem Frankfurt gilt als Gewinner des geplanten britischen EU-Austritts. Die Schätzungen, wie viel Geschäft und Personal aus London abwandert, schwanken aber stark.

Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner, der mit dem britischen Schatzkanzler zusammen auf dem Podium in Davos saß, sieht die Finanzinstitute als die Leidtragenden der Situation. Die Unsicherheit rund um den Brexit sei "einfach nur Gift".

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