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BMW: So gut zahlt der bayerische Autobauer – Konzern lässt Erfolgsbeteiligung für 2020 aber offen 

BMW-Welt und BMW-Zentrale in München: Der Autobauer bezahlt seine Mitarbeiter über Tarif.
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BMW-Welt und BMW-Zentrale in München: Der Autobauer bezahlt seine Mitarbeiter über Tarif.

Der Münchner Autobauer BMW ist für seine gute Bezahlung bekannt. Üblich sind 13,7 Monatsgehälter - und eine schöne Erfolgsbeteiligung im Frühjahr.

München - Der Münchner Autobauer BMW* legt großen Wert auf einen gesitteten Umgang mit seinen Beschäftigten. Das gilt auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Während etwa Erzrivale Daimler  wegen der geplanten Streichung von mindestens 15.000 Stellen öffentlich teils heftig mit dem Betriebsrat aneinandergeraten ist („Unternehmen versohlt den artigen Beschäftigten kräftig den Hintern“), geht es bei den Bayern weiter sehr manierlich zu.

Zwar soll auch bei BMW Personal abgebaut werden. Die Rede ist von 6000 Stellen in Deutschland. Doch statt markiger Worte wird das Thema im weltberühmten Vierzylinder am Münchner Petuelring nahezu geräuschlos abgeräumt.

BMW: Autobauer sattelt auf geltenden Tarifvertrag ordentlich drauf

Aber BMW und seine Beschäftigte wissen eben, was sie aneinander haben. Das mag zum Teil an der konsens-orientierten bajuwarischen Unternehmenskultur liegen, aber wohl auch an den - im Branchenvergleich - sehr guten Konditionen. Je nach Gehaltsstufe, Ausbildung und Beschäftigungsdauer, verdienen die BMW-Mitarbeiter dank des geltenden Tarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie zwischen 2399 und 5819 Euro brutto im Monat. Dazu kommt eine Leistungszulage von durchschnittlich 14 Prozent.

Außerdem erhalten BMW-Mitarbeiter laut IG-Metall-Tarif ein Urlaubsgeld von 69 Prozent eines Monatsgehalts. Dazu gibt es Weihnachtsgeld. Den tariflich vereinbarten Anteil von 55 Prozent eines Monatsgehalts stockt BMW je nach Betriebszugehörigkeit um bis zu 45 Prozent auf. Insgesamt zahlt der Münchner Autobauer seinen Beschäftigten damit 13,7 Monatsgehälter sowie eine Erfolgsbeteiligung. Für 2019 waren das - je nach Tarifstufe - noch mal zwischen 9175 und 15.700 Euro obendrauf.

BMW: Konzern lässt Erfolgsbeteiligung für 2020 noch offen

Wie die Erfolgsbeteiligung für das abgelaufene Jahr ausfällt, ist derzeit allerdings noch offen. Die entsprechende Ausschüttung für das abgelaufene Jahr hänge „vom Jahresabschluss ab, dieser wird am 17. März im Rahmen unserer Bilanzpressekonferenz vorgelegt“, erklärte eine BMW-Sprecherin am Dienstag gegenüber Merkur.de“.

BMW: Starker Jahresendspurt

BMW blickt auf ein ungewöhnlich volatiles Jahr zurück. Nach einem schwachen ersten Halbjahr wegen der Corona*-Pandemie hatten die Bayern einen starken Schlussspurt hingelegt. Alleine im vierten Quartal stiegen die freien Mittelzuflüsse im Kerngeschäft rund um die Marken BMW, Mini* und Rolls-Royce um 86 Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr kletterte der Free Cash Flow damit auf 3,4 Milliarden Euro nach 2,6 Milliarden im Jahr zuvor.

Damit hätten die Bayern durchaus Verteilungsspielraum, zumal BMW seinen Mitarbeitern im vergangenen Jahr keinen Corona-Bonus* gezahlt hatte – im Gegensatz zu anderen Konzernen wie etwa Adidas, Daimler oder Siemens.

Zwar bleibt die Unsicherheit wegen der Corona-Pandemie und der Engpässe bei Halbleitern* weiter groß. Dazu kommt, dass nach der auf 2020 befristeten Mehrwertsteuersenkung die Nachfrage auf dem Heimatmarkt im laufenden Jahr nun zunächst eher gedämpft sein dürfte. Außerdem muss der Konzern Milliarden in den geplanten Ausbau alternativer Antriebe stecken. Aber miese Stimmung bei den Mitarbeitern wegen einer womöglich zu knauserigen Erfolgsbeteiligung mag BMW-Chef Oliver Zipse* wohl auch nicht riskieren - Corona hin oder her. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Netzwerks.

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