Bayern LB: Weitere Stellenstreichungen erwartet

München – Die schlechten Nachrichten aus der Landesbank reißen nicht ab: Nach der Niederlage vor Gericht gegen die eigenen Mitarbeiter, muss die Bank auch noch einen Gewinneinbruch im ersten Quartal vermelden. Nun sollen weitere Stellen gestrichen werden, der Personalrat ist empört.

Kein Tag vergeht derzeit ohne schlechte Nachrichten aus der Bayerischen Landesbank. Nachdem die Bank am Dienstag vor dem Bundesarbeitsgericht gegen ihre eigenen Mitarbeiter verloren hatte, weil sie zu unrecht die Pensionsansprüche langjähriger Angestellter gekürzt hatte, musste Finanzvorstand Stephan Winkelmeier am Mittwoch auch noch einen Gewinneinbruch vermelden.

Im Vergleich zum Vorjahr sank der Überschuss im ersten Vierteljahr um fast 64 Prozent auf nun nur noch 54 Millionen Euro. Schuld waren wieder einmal die schlechten Geschäfte der ungarischen Tochterbank MKB. Doch schon jetzt steht fest, dass auch das derzeit laufende Quartal kaum besser werden dürfte. Denn nun muss die Bank die Folgen der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts verbuchen. Zunächst werden Rückstellungen im „hohen zweistelligen Millionenbereich“ fällig, doch auch in den kommenden Jahren steigen durch das Urteil die Personalkosten. Wie hoch die Gesamtkosten der Entscheidung ausfallen, wollte Winkelmeier nicht sagen, er dementierte lediglich, dass es sich um eine halbe Milliarde Euro handle. Dass das Urteil die Landesbank aber einen dreistelligen Millionenbetrag kosten wird, steht außer Frage.

Im Jahr 2010 löste die Bank Rückstellungen über 170 Millionen Euro auf, weil sie dachte, dass sie das Geld wegen der Pensionskürzungen nicht mehr brauchen würde. Doch die Bank will die höheren Kosten nicht einfach hinnehmen. „Wir können uns diese Belastungen schlicht und ergreifend nicht leisten“, sagte Winkelmeier. Der Vorstand denke daher „über alle Formen der Kosten“ nach, fügte er kryptisch an. Das bedeutet wohl, dass weitere Stellen gestrichen werden. Ralf Haase, Chef des Gesamtpersonalrats der Bank, reagierte mit Unverständnis.

„Es ist richtig geurteilt worden“, sagte er unserer Zeitung. „Es ist völlig unverständlich, dass nun im Zusammengang mit dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts mit Personalabbau gedroht wird.“ Zwar müsse man „realistisch betrachtet“ mit weiteren Stellenstreichungen in der Kernbank „im dreistelligen Bereich“ rechnen. Aber: „Es ist falsch, sie mit dem Erfurter Urteil zu begründen.“ Die Ursachen seien vielmehr in den „fatalen Entscheidungen des ehemaligen Managements“ zu suchen. „Die Stimmung in der Bank ist durch das Thema Altersversorgung sehr emotional belastet und es ist nicht die Zeit dies weiter anzuheizen.“ Die Bank habe sich bisher immer fair den Mitarbeitern gegenüber verhalten, die gegen die Kürzungen geklagt hatten. „Ich erwarte, dass dies auch so bleibt“, sagte Haase. „Den Klägern den Vorwurf zu machen, sie würden die Bank gefährden, ist nicht fair.“

Spielraum für weitere Stellenstreichungen sieht Haase nicht. „Momentan sind die Mitarbeiter bis Oberkante Unterlippe belastet“, sagte der Personalrat. „In den vergangenen Jahren wurden 1000 Stellen gestrichen, die Arbeit ist nicht weniger geworden – das zu kompensieren ist eine enorme Leistung.“

Philipp Vetter

Rubriklistenbild: © dpa

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