Arbeitslosenzahl im Oktober kräftig gesunken

Nürnberg - Auch im Oktober ist die Zahl der Arbeitslosen Experteneinschätzungen zufolge noch einmal kräftig gesunken. Von einer Trendwende könne man nicht sprechen, denn die Prognosen sind schlecht.

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt weiter in der Erfolgsspur. Auch im Oktober ist die Zahl der Erwerbslosen nach Einschätzung von Experten noch einmal kräftig gesunken - und zwar um rund 60.000 auf 2,73 Millionen. Dies wären rund 210.000 weniger als vor einem Jahr. Selbst nach Abzug von Saisoneffekten ist die Zahl der Jobsucher nach Berechnungen von Bankenvolkswirten zwischen 10.000 bis 20.000 zurückgegangen. Die offiziellen Oktober-Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit an diesem Mittwoch veröffentlichen.

“Im Prinzip spürt man auf dem Arbeitsmarkt weiterhin die konjunkturelle Grunddynamik. Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass die Fortschritte in Zukunft nicht mehr so groß ausfallen werden“, skizziert etwa Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld die Arbeitsmarktlage.

Mit der Schaffung von deutlich weniger Arbeitsplätzen als in der zurückliegenden Boomphase rechnet auch Alexander Koch von der HypoVereinsbank: “Ich sehe aber im Moment noch keine Trendwende am Arbeitsmarkt“, machte er deutlich. Deutschland erlebe derzeit nur eine leichte konjunkturelle Schwächephase. Uneinig sind sich die Experten dagegen beim Blick ins kommende Jahr.

Stellenmeldungen entwickeln sich moderater

Zwar rechnet keiner von ihnen mit einer Jobkrise. Commerzbank- Volkswirt Tuchtfeld hält aber nach Rückgängen in den vergangenen zwei Jahren 2012 erstmals wieder einen leichten saisonbereinigten Anstieg der Arbeitslosigkeit für möglich. Dies hält Allianz-Volkswirt Rolf Schneider dagegen für eher unwahrscheinlich. Sein Institut ist mit einer Wirtschafts-Wachstumsprognose von 1,5 Prozent allerdings auch ungleich optimistischer als die Commerzbank mit ihrer Prognose von 0,8 Prozent.

Ein Hinweise auf die gute Lage am Arbeitsmarkt sind auch die von der Bundesagentur traditionell vorab veröffentlichten Daten zur Arbeitskräftenachfrage. Danach gibt es in deutsche Firmen trotz wachsender Konjunkturskepsis noch immer knapp 500 000 freie Stellen. Die Zahl der angebotenen Arbeitsplätze habe damit im Oktober nur knapp unter dem Allzeithoch vom September gelegen, teilte die BA am Montag in Nürnberg mit.

“Die Arbeitskräftenachfrage bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Allerdings entwickeln sich die Stellenmeldungen mittlerweile moderater als noch vor einem Jahre“, kommentierte die Bundesagentur die jüngste Entwicklung bei der Veröffentlichung ihres Stellenindexes BA-X. Der lag im Oktober mit 169 Punkten nur einen Zähler unter dem Rekordwert vom September. Der größte Arbeitskräftebedarf besteht nach Erkenntnissen der Bundesagentur weiter bei der Zeitarbeit; gut jede dritte freie Stelle gab es im Oktober in dieser Branche.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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