Nach Gerichtsurteil

Alpenverein will Kletterhallen nicht in GmbHs umwandeln

Der Deutsche Alpenverein liegt mit den privaten Kletterhallenbetreibern weiter im Streit. Der größte deutsche Sportverein lehnte am Montag ab, seine gut 200 Kletterhallen in eigenständige Firmen umzuwandeln.

München - Der Deutsche Alpenverein liegt mit den privaten Kletterhallenbetreibern weiter im Streit. Der größte deutsche Sportverein lehnte am Montag ab, seine gut 200 Kletterhallen in eigenständige Firmen umzuwandeln. Das fordert der Verband der privaten Kletterhallenbetreiber Klever. „Wir sehen keinen Grund, der Forderung nachzukommen und die Kletterhallen in GmbHs umzuwandeln“, sagte Hauptgeschäftsführer Olaf Tabor auf Anfrage.

Der DAV hat seine Mitgliederzahl seit Beginn des Jahrtausends von 600 000 auf 1,2 Millionen Mitglieder verdoppelt, vereinsintern wird die Hälfte dieses Wachstums - also 300 000 neue Mitglieder - dem Kletterboom zugeschrieben. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bescheinigte dem DAV in einem kürzlich veröffentlichten Urteil, er übe eine wirtschaftliche Tätigkeit aus, durch die öffentliche Förderung drohe eine Wettbewerbsverzerrung.

Die privaten Hallenbetreiber argumentieren deswegen, der Alpenverein habe die Grenze der Gemeinnützigkeit weit überschritten. DAV-Geschäftsführer Tabor sagte, die vereinseigenen Kletterhallen würden steuerlich als wirtschaftliche Geschäftsbetriebe geführt.

Klever-Vorsitzender Bruno Vacka zog den gegenteiligen Schluss aus dem Berliner Urteil: „Das Gericht hat ganz klar gesagt, dass es sich um eine wirtschaftliche Tätigkeit handelt und der DAV wie ein Konzern agiert.“ Deswegen müssten die DAV-Hallen in eigenständige GmbHs ausgegliedert werden.

Der DAV geht aber davon aus, dass weiter öffentliche Gelder an den Verein fließen können: „Die EU-Kommission hat schon 2012 erklärt, dass die Förderung für den DAV mit dem Beihilferecht und den Regelungen des EU-Binnenmarktes vereinbar ist“, sagte Tabor. „Wir gehen davon aus, dass uns in dieser Hinsicht keine Gefahr droht.“ Der Klever-Vorsitzende Vacka sagte, der DAV haben die privaten Betreiber für den 9. Februar zu einem Gespräch eingeladen.

dpa

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