Aller Euro-Sorgen zum Trotz: Teuerungsrate moderat

Wiesbaden - Aller Euro-Sorgen zum Trotz: Das Leben in Deutschland ist 2010 kaum teurer geworden. Die Inflation blieb mit 1,1 Prozent moderat. Und auch 2011 erwarten Volkswirte keine dramatische Entwicklungen an der Preisfront.

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Kräftige Preiserhöhungen bei Heizöl und Kraftstoffen haben die Teuerung in Deutschland 2010 wieder angeheizt. Im Jahresdurchschnitt erhöhten sich die Verbraucherpreise um 1,1 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Damit blieb die Inflation moderat - und Volkswirte geben auch für 2011 Entwarnung. 2009 hatte die Wirtschaftskrise die Teuerungsrate auf 0,4 Prozent gedrückt - das war der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. Das lag auch daran, dass Unternehmen und Verbraucher in der Krise Geld horteten, statt zu investieren. Nun zirkuliert das Geld wieder schneller.

Doch auch die aufgrund vorläufiger Daten errechnete Jahresrate 2010 bleibt erheblich unter dem langjährigen Durchschnitt. Sie liegt zudem weit unter der Warnschwelle von 2,0 Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) Preisstabilität gewahrt sieht. Für Dezember 2010 ermittelten die Statistiker eine jährliche Inflationsrate von 1,7 Prozent - nach 1,5 Prozent im November. Von November auf Dezember zogen die Preise um 1,0 Prozent an. Im Jahr 2011 erwarten Volkswirte weiterhin Werte unter der kritischen Marke von 2,0 Prozent - unter anderem weil es an der Lohnfront noch ruhigbleiben dürfte. Allerdings könnte die Geldflut der Notenbanken zur Bekämpfung von Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise mittelfristig die Geldentwertung anheizen.

Mehrere Bundesländer meldeten am Mittwoch zum Teil deutliche Preissteigerungen für Energie, aber auch für Lebensmittel. In Hessen trieben Preiserhöhungen vor allem für Öl und Benzin die jährliche Inflationsrate im Dezember mit 1,5 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Nordrhein-Westfalen meldete mit 1,8 Prozent Inflation für Dezember den höchsten Wert in diesem Jahr. Dagegen ging der Wert in Bayern nach dem Höchststand im November zum Jahresende wieder etwas zurück: auf 1,6 Prozent. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der für europäische Vergleichszwecke berechnet wird, stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Dezember auf Jahressicht um 1,9 Prozent und im Monatsvergleich um 1,2 Prozent. Im Gesamtjahr 2010 stieg der HVPI um 1,2 Prozent. Die endgültigen Ergebnisse für Dezember und das Gesamtjahr 2010 will die Behörde am 14. Januar veröffentlichen.

dpa

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