„Ein Jahr wie 2020 hatten wir noch nie“

Adidas-Chef Rorsted bläst zur Schlabberlook-Offensive - Mix aus Mode und Sport soll die Wende bringen

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Adidas kam vergleichsweise schlecht durch die Corona-Krise

Die Corona-Krise trifft den Sportartikel-Hersteller Adidas schwer. Doch mit bequemer Kleidung wollen die Franken Boden auf Marktführer Nike gutmachen.

Herzogenaurach - Die Jogginghose ist spätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie ein allgegenwärtiger Begleiter in vielen Haushalten. Lange verschrien und spätestens durch Karl Lagerfeld endgültig diskreditiert, erfreuen sich die bequemen Hosen in Zeiten von Homeoffice und Lockdown großer Beliebtheit. Auch der Sportartikel-Hersteller Adidas hat den Trend zu „Sweat Pants“ erkannt und will aus der pandemiegetriebenen Entwicklung Kapital schlagen.

Adidas: Freizeitkleidung und Nachhaltigkeit sollen Konzern aus der Corona-Krise führen

Der weltweit zweitgrößte Produzent von Sportartikeln will den Abstand zu Marktführer Nike in den kommenden Jahren verkürzen. Der Markt für sportliche Bekleidung ist laut Adidas CEO Kasper Rorsted noch nicht ausgereizt: „Die Sportartikelbranche wird bis 2025 um 100 Milliarden Euro wachsen“, merkt er an.

Mit nachhaltig produzierten Schuhen, bequemer Kleidung und einem Fokus auf die Zielgruppe der Frauen sollen vor allem im lukrativen, chinesischen Markt die Erlöse sprudeln. Dabei setzt der Konzern den Fokus auf eine ökologische Produktion: Neun von zehn Artikeln sollen bei Material und Produktion in den nächsten fünf Jahren nachhaltig sein.

Die Herzogenauracher verfolgen ambitionierte Ziele. In den kommenden Jahren sollen Umsatz und Gewinn sprunghaft wachsen. Von 2021 bis 2025 peilt das Unternehmen einen Gewinnanstieg um 16 bis 18 Prozent pro Jahr, kündigte Konzernchef Kasper Rorsted am Mittwoch bei der Vorstellung der mittelfristigen Unternehmensziele an. Beim Umsatz werde im gleichen Zeitraum ein Wachstum von 8 bis 10 Prozent pro Jahr angepeilt. Eine Kampfansage an die Mitbewerber, die deutlich besser durch die Corona-Krise kamen.

Adidas muss in der Corona-Krise schwere Einbußen hinnehmen

Adidas nahm während der Corona-Pandemie vergleichsweise wenig ein. Wie das Handelsblatt berichtet, kann Hauptkonkurrent Nike auf eine Umsatzsteigerung von sieben Prozent im zweiten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres zurückblicken. Auch Puma steigerte den Umsatz von neun Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, schreibt das Handelsblatt. Für Adidas hingegen war 2020 ein Seuchenjahr. Der Umsatz sackte 2020 um 16 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro weg, der Nettogewinn brach sogar um knapp 78 Prozent auf 443 Millionen Euro ein. Für CEO Rorsted steht im Hinblick auf die Einbußen fest: „Ein Jahr wie 2020 hatten wir noch nie“.

Adidas CEO Kasper Rorsted will Boden zu den Mitbewerbern gutmachen

Um in den kommenden Jahren wieder besser Tritt zu fassen, will sich der fränkische Konzern auf die Kernzielgruppen fokussieren. Vom Geschäft mit Fußball, Laufen, Training, Outdoor und sportlicher Freizeitkleidung erhofft sich Adidas künftig 95 Prozent des Umsatzwachstums. Rorsted sieht auch in der digitalen Vermarktung der Produkte Nachholbedarf. So soll bis 2025 eine Milliarde Euro in die Verbesserung des Online-Geschäfts fließen. Es bleibt abzuwarten, ob das Maßnahmenpaket von CEO Rorsted wirkt. Sollte es verpuffen, läuft Adidas Gefahr, im Sportartikel-Geschäft abgehängt zu werden. (jjf/dpa/AFP)

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