Fastenzeit

Kein Zucker in der Fastenzeit: Welche Vorteile der Verzicht auf die Gesundheit haben kann

Süßigkeiten in einem Kiosk am Barbarossaplatz in Köln.
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Immer mehr Menschen versuchen, ihren Zuckerkonsum einzuschränken. Die Fastenzeit bietet dazu eine gute Gelegenheit. (Symbolbild)

Während der Fastenzeit liegt der Verzicht auf Zucker voll im Trend. Experimente und Studien offenbaren: Die Auswirkungen auf den Körper sind beachtlich.

  • In diesem Jahr liegt die Fastenzeit im Zeitraum zwischen dem 17. Februar und dem 3. April.
  • Der Verzicht auf Zucker liegt im Trend.
  • Die WHO empfiehlt, lediglich 25 Gramm Zucker pro Tag zu konsumieren.

Frankfurt - Die Fastenzeit, die in diesem Jahr am 17. Februar beginnt, bietet für viele Menschen eine Gelegenheit, den eigenen Konsum zu überdenken und zu verzichten. Das können Fleisch oder Alkohol sein, aber auch der Verzicht auf Zucker liegt im Trend. Für Christ:innen dauert die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Gründonnerstag, also 46 Tage. Da die sechs Sonntage ausgenommen sind, bleiben 40 Fastentage.

Neben religiösen Gründen steht mittlerweile oft der gesundheitliche Aspekt des Fastens im Fokus. Der Verzicht auf Zucker ist durch Dokumentarfilme, wie „Die große Zuckerlüge“ von Arte und ZDF* verstärkt ins Bewusstsein gerückt. Studien und auch Selbstversuche zeige, dass der Verzicht auf Zucker erstaunliche Auswirkungen auf den Körper haben kann.

In der Fastenzeit auf Zucker verzichten: WHO empfiehlt maximal 25 Gramm pro Tag

Pro Kopf konsumiert jede:r Deutsche durchschnittlich etwa 35 Kilogramm Zucker pro Jahr, seit 1950 ist dieser Wert laut dem Wissensmagazin Quarks um etwa zehn Kilogramm gestiegen. Das ist mehr als dreimal so viel, wie von der WHO empfohlen. Nach Angaben der WHO sollte der Konsum auf 25 Gramm pro Tag, also weniger als zehn Kilogramm pro Jahr, beschränkt werden.

Zu viel Zucker kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken: Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen unter anderem im Zusammenhang mit übermäßigem Zuckerkonsum. Das Fasten kann daher auch eine Möglichkeit sein, den eigenen Zuckerkonsum langfristig zu überdenken. Wichtig ist jedoch: Es gibt viele Faktoren, die die Entstehung von Krankheiten beeinflussen. Negativ wirkt sich der Verzicht auf raffinierten Zucker grundsätzlich nicht aus, denn der Körper ist nicht auf ihn angewiesen. Wer auf Zucker verzichten will, muss die Inhaltsangabe von verarbeiteten Lebensmitteln genau durchlesen, denn Zucker hat viele Namen:

Studien zu Zucker: Gesüßte Getränke erhöhen Risiko für Diabtes

Wer in der Fastenzeit etwas Gutes für den Körper tun möchte, kann auf Getränke mit Zucker* verzichten, denn diese wirken sich nachweislich negativ auf die Gesundheit aus. „Zuckergesüßte Getränke erhöhen das Risiko für Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2“, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Eine Studie der Universität von Kalifornien in San Francisco zeigt zudem, dass der Verzicht auf Fructose die Gesundheit von stark übergewichtigen Kindern und Jugendlichen verbessert. Die Studienteilnehmer:innen wiesen innerhalb des Studienzeitraums von neun Tagen einen verbesserten Insulinstoffwechsel sowie weniger Leberfett und Bauchfett auf.

BezeichnungBeschreibung
GlucoseTraubenzucker
FructoseFruchtzucker
LactoseMilchzucker
SaccaroseHaushaltszucker (Verbindung aus Glucose und Fructose)
IsoglucoseAus Maisstärke, kann bis zu 90 Prozent Fruchtzucker enthalten
Glucose-Fructose-Sirup Fructoseanteil bis 50 Prozent
Fructose-Glucose-Sirup Fructoseanteil zwischen 50 und 90 Prozent

Auch ein Suchtpotenzial von Zucker wurde wissenschaftlich untersucht. In einer Studie mit Ratten zeigten die Tiere nach dem Zuckerentzug auffällige Verhaltensweisen. Laut dem Leiter der Studie, dem Psychologen Bart Hoebel, deute das auf eine Zuckerabhängigkeit, aber nicht auf eine Zuckersucht hin, so wissenschaft.de. Wie gut sich die Ergebnisse auf Menschen übertragen lassen, ist jedoch fraglich.

Fastenzeit ohne Zucker: Entzugserscheinungen zu Beginn möglich

Wer während der Fastenzeit auf Zucker verzichten will, sollte sich zu Beginn auf mögliche negative Effekte einstellen. Personen, die anfangen auf Zucker zu verzichten berichten von Entzugserscheinungen. Dazu gehören Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Gereiztheit. Nach einiger Zeit überwiegen oft positive Auswirkungen wie ein besseres Wohlbefinden, gesteigerte Energie und ein besseres Sättigungsgefühl. Dies berichten auch Teilnehmer:innen eines Vier-Wochen-Experiments der WDR-Sendung Markt.

Verzicht auf Zucker in der Fastenzeit kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken

„Solche Wohlfühl-Faktoren lassen sich in Studien nicht gut belegen“, sagt Stefan Kabisch, Studienarzt beim Deutschen Institut für Ernährungsforschung der Sendung Quarks. Doch wer verzichtet, der könne sich anfänglich schlecht fühlen: „Anfangs erzeugt der plötzliche Rückgang der Zuckerzufuhr ein stärkeres Hungergefühl, dieses bildet sich aber rasch zurück.“

Der Verzicht auf Zucker bringt meist einen Gewichtsverlust mit sich, denn die Kalorienzunahme sinkt. Der Effekt einer Low-Carb-Diät gleicht dabei einem Verzicht auf Süßes oder Zucker während der Fastenzeit. Auch die Teilnehmer:innen des Vier-Wochen-Experiments von Markt nahmen Gewicht ab, egal ob sie lediglich auf Süßigkeiten, auf jede Art von zugesetztem Zucker oder auf Zucker jeglicher Art verzichteten, berichtet die Welt. Die Teilnehmer:innen konnten unter anderem ihren Cholesterin-Spiegel senken und ein bestehendes Diabetes-Risiko minimieren. Wer nicht auf Zucker verzichten will, kann in der Fastenzeit auch eine andere Diät* oder Ernährungsform ausprobieren. (Sarah Neumeyer) *fr.de und 24garten.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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