1. Soester Anzeiger
  2. Verbraucher

Steuererklärung 2021: Mit diesen Tipps können Sie sich Geld zurückholen

Erstellt:

Von: Tobias Hinne-Schneider

Kommentare

Die Steuererklärung für 2021 steht an. Aber lohnt sie sich überhaupt? Mit diesen Tipps bekommen Sie bei der im Schnitt 1000 Euro zurück.

Hamm - Ist die Lohnsteuerbescheinigung im Jahr 2022 angekommen, können Sie loslegen mit der Steuererklärung für das Jahr 2021. Auch wenn Sie gesetzlich nicht zur Abgabe verpflichtet sind, kann es sich lohnen. Durchschnittlich gibt es nämlich rund 1000 Euro zurück - neue Regelungen durch die Corona-Pandemie machen es für Arbeitnehmer jetzt noch attraktiver, sich mit dem Finanzamt auseinanderzusetzen.

Tipps für die Steuererklärung 2021: Wie sich Arbeitnehmer Geld zurückholen können

Aber kein Stress: Wer seine Steuererklärung freiwillig abgibt, der hat vier Jahre lang Zeit. Das bedeutet, im Jahr 2022 können Sie Ihre Steuererklärungen bis zum Jahr 2018 rückwirkend einreichen. Pendler profitieren ab 2021 besonders.

Tipps für die Steuererklärung 2021: Werbungskosten und mehr Geld für Fernpendler

Die Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP will die Fernpendlerpauschale rückwirkend zum 1. Januar 2022 auf 38 Cent anheben. Wer weiter als 21 Kilometer vom Arbeitsort entfernt wohnt, kann mit der nächsten Steuererklärung für die einfache Wegstrecke pro Arbeitstag 38 Cent pro Kilometer geltend machen. Bislang waren es 35 Cent. Dann gilt: Bis zum 20. Kilometer gibt es 30 Cent je Kilometer, ab dem 21. Kilometer 38 Cent.

Diese sogenannten Werbungskosten lassen sich für die einfache Strecke - zwischen Wohnung und Arbeitsplatz - einmal pro Arbeitstag abrechnen.  Pendler multiplizieren ihre täglichen Werbungskosten mit den Arbeitstagen des gesamten Jahres. In Nordrhein-Westfalen betrug die Anzahl an Arbeitstagen 254. Das Ergebnis ist die Summe der Fahrtkosten zur Arbeit für das ganze Jahr. Krankheits- und Urlaubstage müssen Sie natürlich abziehen.

Wie das Verbraucher-Portal Chip erklärt, gilt bei der Fahrtstrecke: Pendler müssen die kürzeste Strecke nutzen. Bringt ein überschaubarer Umweg aber Zeitersparnis, akzeptiert das Finanzamt den auch. Und dem Fiskus ist egal, ob Sie mit Auto, Fahrrad oder öffentlichem Nahverkehr unterwegs sind. Auch bei einer Fahrgemeinschaft können Fahrer und Beifahrer die Rechnung abgeben.

Tipps für die Steuererklärung 2021: Home-Office steuerlich absetzen

2021 haben viele Arbeitnehmer im Home-Office gearbeitet. Bis zu 120 Home-Office-Tage können Sie von der Steuer absetzen. Die noch von der Großen Koalition beschlossene Pauschale beträgt 5 Euro pro Tag. 120 Arbeitstage á 5 Euro ergeben so 600 Euro.

„Die Homeoffice-Pauschale hat jedoch einen Haken: Sie wird nämlich auf die Werbungskostenpauschale von 1000 Euro angerechnet. Das heißt: Für alle Arbeitnehmer, deren Werbungskosten inklusive der Homeoffice-Pauschale unter 1000 Euro liegen, verpufft die Homeoffice-Pauschale“, teilt die Verbraucherzentrale mit. Wollen Sie Home-Office-Tage von der Steuer absetzen, müssen Sie die Fahrten zur Arbeitsstelle entsprechend kürzen. Bereits ab einer Entfernung von 17 Kilometern bringt die Home-Office-Pauschale weniger als die Werbungskosten.

Tipps für die Steuererklärung 2021: Haben Sie ein Büro zu Hause?

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch für das Corona-Jahr 2021 Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer abgezogen werden, berichtet Chip. Das ist unabhängig von der Homeoffice-Pauschale. Dazu zählen:

Die Finanzbehörde NRW veröffentlicht jedes Jahr eine Liste, mit Schwerpunkten, die in der Steuererklärung besonders geprüft werden.
Wer seine Steuererklärung abgibt, erhält durchschnittlich mehr als 1000 Euro vom Finanzamt zurück. © Oliver Berg / dpa

Tipps für die Steuererklärung 2021: Kurzarbeitergeld ist grundsätzlich steuerfrei, aber...

Wer sich 2021 in Kurzarbeit befand, der ist verpflichtet, eine Steuererklärung einzureichen. Vorsicht: Dann gilt die vier-Jahre-Frist nicht. Die steuerlichen Regelungen zur Kurzarbeit sind komplex. Art und Dauer der Kurzarbeit entscheiden darüber, ob das Finanzamt noch Geld bekommt oder sogar erstattet.

Die Regel: Hat ein Arbeitnehmer mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld erhalten, muss er eine Steuererklärung abgeben.

Dabei ist Kurzarbeitergeld grundsätzlich steuerfrei. Dennoch kann Kurzarbeit dazu führen, dass Empfänger eine höhere Einkommensteuer zahlen müssen. Dafür verantwortlich sind zwei Mechanismen des deutschen Steuerrechts:

Steuerfreie Leistungen werden auf die zu versteuernden Einkünfte angerechnet - dadurch steigt der Steuersatz. Dieser Steuersatz wird dann auf die steuerpflichtigen Einkünfte angewendet, wodurch die Einkommenssteuer steigt. Das kann schlussendlich sogar zu Nachzahlungen führen.

Tipps für die Steuererklärung 2021: Durchschnittlich gibt es 1051 Euro zurück

Ob das Finanzamt Ihnen nach Abgabe der Steuererklärung eine Nachzahlung aufbrummt oder Geld auszahlt, hängt vom Einzelfall ab. In den meisten Fällen lohnt sich die Steuererklärung allerdings: 88 Prozent konnten sich in 2020 über eine Rückzahlung freuen - im Schnitt immerhin 1051 Euro.

Auf Hauseigentümer kommt in 2022 eine zusätzliche Steuererklärung zu, weil die Grundsteuer neu gestaltet wird. Das müssen Immobilienbesitzer dem Finanzamt melden.

Die Rente wird ab Juli 2022 angepasst. Rentner dürfen sich über mehr Geld freuen. Aber wie hoch ist der Freibetrag? Und wann müssen Steuern zurückgezahlt werden

Auch interessant

Kommentare