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„O bis O“-Regel: Beachten Sie beim Reifenwechsel diese seieben Tipps

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Von Ostern bis Oktober gehören Sommerreifen aufgezogen, danach sind Winterreifen dran. So lautet die bekannte Faustregel. Sieben Tipps zum Reifenwechsel.

Kassel – Einen allgemein vorgeschriebenen Zeitpunkt für den Reifenwechsel gibt es in Deutschland laut Straßenverkehrsordnung nicht. Der Gesetzgeber schreibt nur vor, dass die Ausrüstung „an die Wetterverhältnisse anzupassen“ ist. Winterreifenpflicht besteht daher nur bei schlechten Straßenverhältnissen, wie etwa Schnee, Eis und Winterglätte.

Schnee und Eis: Welches Bußgeld droht ohne Winterreifen?

Erwischt die Polizei einen Autofahrer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen, sind 60 Euro fällig. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Mit 80 Euro und ebenfalls einem Punkt in der Verkehrssünderdatei müssen Autofahrer rechnen, die mit Sommerreifen unterwegs sind und zudem andere behindern – etwa dadurch, dass sie im Straßenverkehr liegen bleiben.

Die verbreitete Faustregel, wonach Winterreifen „von Oktober bis Ostern“ ans Auto gehören, hat sich laut Autoklub ACE aber bewährt. Denn schon Anfang Oktober kann es zu plötzlichen Kälteeinbrüchen kommen. Wer den Wechsel in einer Werkstatt erledigen will, sollte demnach lieber rechtzeitig einen Termin vereinbaren – und sich gegebenenfalls noch um neue Reifen kümmern, damit sie dann auch einsatzbereit sind.

Die «M+S»-Kennzeichnung zeigt an, dass dieser Pneu der Winterreifenpflicht genügt. Foto: Matthias Hübner
Die Abkürzung M+S steht für Matsch und Schnee. © Matthias Hübner

Mindestens vier Millimeter Profiltiefe sollten gute Winterreifen laut ACE noch aufweisen. Aktuelle Winterreifen erkennt man dem Autoklub nach am Alpine-Symbol, einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Zusätzlich gelten bis zum 30. September 2024 auch Reifen mit M+S Kennzeichnung als wintertauglich, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind, berichtet hna.de.

Auto-Regel „Von O bis O“: Das nötige Werkzeug zum Reifenwechsel

Will man die Reifen selbst wechseln, sollte man zuerst das nötige Werkzeug bereitlegen. Dazu gehören dem ADAC zufolge:

Von Ostern bis Oktober: 7 Tipps zum Reifenwechsel beim Auto

Zum Reifenwechsel empfehlen ADAC und Autobild zudem diese Tipps:

  1. Zeit: Genügend Zeit für die Montage einplanen.
  2. Werkzeug: Das nötige Werkzeug bereitlegen.
  3. Sicherheit: Den Reifenwechsel nur auf ebenem, festen Untergrund vornehmen, einen stabilen Wagenheber verwenden und den Wagen gegen Wegrollen sichern.
  4. Drehmoment: Für den Wechsel die Angaben im Bordbuch beachten, darin findet man auch das erforderliche Drehmoment zum Anziehen der Räder – die meisten Modelle liegen um die 120 Newtonmeter.
  5. Radbolzen: Auf die Länge der Radbolzen achten.
  6. Luftdruck: Nach der Montage den Reifendruck kontrollieren, nach etwa 50 Kilometern die Verschraubung nochmals überprüfen und Schrauben gegebenenfalls nachziehen.
  7. Probefahrt: Nach dem Wechsel eine längere Probefahrt machen – gibt es dabei Vibrationen im Lenkrad oder beim Bremsen, kommt man nicht um einen Werkstattbesuch herum.
Autofahrer, die Räder oder Felgen an ihrem Fahrzeug austauschen, sollten prüfen, ob sie dafür eine Änderungsabnahme benötigen. Foto: Sebastian Kahnert
Für den sicheren Reifenwechsel unbedingt das richtige Werkzeug benutzen. © A4363 Sebastian Kahnert

Autoreifen wechsel: Wann man besser nicht selbst die Reifen wechseln sollte

Wenn man nicht ausreichend Erfahrung beim Reifenwechsel hat, sollte man lieber eine Fachwerkstatt aufsuchen, rät der ADAC. Dies gelte insbesondere für den Umgang mit großen, schweren Rädern. Einlagerung der Reifen, Sichtprüfung auf Schäden, Reifenreinigung und gegebenenfalls auch Auswuchten der Räder sind weitere Services, die eine Werkstatt übernehmen kann.

Ein weiterer Grund für einen Reifenwechsel in der Werkstatt kann laut ADAC der Check des Reifendruck-Kontrollsystems (RDKS) sein, mit dem seit 2014 alle Neuwagen ausgestattet sein müssen. Das System überprüft die Sensoren in den Reifen, die über ein Funksystem die Daten an eine zentrale Steuereinheit übermitteln. (cas)

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